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Neujahrsempfang der LemFörderer / Vortrag von Reinhard Buhl beeindruckend

„Schauen positiv in Zukunft“

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Lemförde - „Die 100-prozentige Verschmelzung mit der ZF Friedrichshafen AG im vergangenen Jahr ist eine Stärkung der heimischen Region und stärkt unsere Standorte hier im Norden.“ Dies betonte Reinhard Buhl, Mitglied des Vorstandes der ZF Friedrichshafen AG, anlässlich des Neujahrsempfang der Werbegemeinschaft LemFörderer am Freitag im Rittersaal des Amtshofes in Lemförde. Buhl hielt die Festrede zum Thema „Herausforderungen der Zulieferindustrie 2025 aus Sicht der ZF am Dümmer – Menschen Produkte, Prozesse, Regionen, Standort Deutschland“.

Reinhard Buhl hielt einen vielbeachteten Vortrag.

© ksy

Reinhard Buhl hielt einen vielbeachteten Vortrag.

Verschmelzungen könnten Veränderungen nach sich ziehen, die sich nicht immer positiv auf die Mitarbeiterschaft auswirkten, meinte der Leiter Fahrwerktechnik. Doch diese sei in den vier Werken in der Dümmerregion in Wagenfeld, Damme, Diepholz und Dielingen um 500 gewachsen. Beschäftigt seien nunmehr 4 500 Frauen und Männer.

Das Vertrauen in den Norden sei gerechtfertigt, „aber es sind auch Verpflichtungen damit verbunden. Es gibt nichts Schlimmeres, als keine Entscheidungen zu treffen“, unterstrich Buhl. Schon bei Dr. Ulderup seien Schlüssel-Erfolgsfaktoren gewesen der Wille zur Anpassung, die Bereitschaft zu Veränderungen, die Fähigkeit zur Innovation und die Offenheit für Neues, auch, wenn es zuerst als Unbekanntes daherkomme.

Dr. Ulderups Maxime sei es gewesen, aus Fehlern zu lernen und Potenziale zu entwickeln. „Das sind Eigenschaften, die wir übernommen haben“, sagte Buhl vor rund 140 aufmerksam lauschenden Gästen. Die größte Herausforderung für das Unternehmen sei die Stärkung der Stammsitze. Dies lasse sich nur durch globales Wachstum umsetzen. Als Beispiel nannte er die geplante Errichtung einer neuen Fabrik in Peking mit 400 Arbeitsplätzen und einem Kostenvolumen von 25 Millionen Euro. „Das ist für uns im Norden ein großes Projekt“, betonte der 59-Jährige. Global zu wachsen, setze die Bereitschaft voraus, auch vor Ort zu wirken. Dazu gehörten zum Beispiel die Zusammenarbeit mit Fachhochschulen, Universitäten und Schulen sowie die Rekrutierung von Arbeitskräften vor Ort. „Und nicht zuletzt mit entscheidend ist die Bereitschaft, sich verändern zu wollen“, unterstrich der in Kloster Oesede geborene Redner.

2011 sei für ZF ein sehr erfolgreiches Jahr gewesen. Die 50 Standorte weltweit hätten einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro erzielt. Für Europa gut sei ein hohes Lohnniveau, denn die Menschen könnten sich teure Autos leisten. Buhl verhehlte aber auch nicht, dass das Unternehmen trotz des Erfolges die staatliche Hilfe zur Weiterbildung von Mitarbeitern in Anspruch genommen habe. Zur Weiterbildung gehöre aber auch die Nachwuchsarbeit und die -förderung durch die Zusammenarbeit mit den Schulen. Nicht außen vor gelassen werden dürfe die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland.

„Was heißt es für uns, wenn wir in einigen Jahren neun Milliarden Menschen auf der Erde haben? Gibt es dann nur noch kleinere Autos? Gibt es dann nur noch Elektroautos?“, stellte Buhl in den Raum, um dann zu prophezeihen: „Was die Basisprodukte anbetrifft, wird sich bei uns nichts ändern. 90 Prozent bleiben so wie sie sind.“ Ändern werde sich etwas bei der Elektronik und beim Fahrwerk.

„Wir werden alles hier behalten, was wir an Wissen haben. Wir werden unsere Produkte weiterentwickeln und verfeinern in einem permanenten Veränderungsprozess. Von Dr. Ulderup haben wir gelernt zu kämpfen, nach vorn zu schauen und nicht immer nur zu jammern. Wir werden gemeinsam an Veränderungen arbeiten und schauen positiv in die Zukunft“, beendete Reinhard Buhl seinen vielbeachteten Vortrag, der mit langanhaltendem Beifall bedacht wurde.· hwb

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