Handwerk verschmilzt mit Hightech

HD-Werft in Hüde am Dümmer investiert in Solarstrom-Anlage / Werk an der B 51 wird technisch aufgerüstet

Handwerk verschmilzt mit Hightech

010.10.09|LemfördeFacebook
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Lemfoerde - HÜDE · Handwerk und High-tech gehen Hand in Hand, wenn moderne Segelyachten bei der „HD-Werft Fricke & Dannhus“ am Dümmer vom Stapel laufen. Eine neue Hightech-Dimension befindet sich jetzt auf den Dächern der Werft: Solarstrom-Anlagen sollen künftig für eine umweltfreundliche Energieerzeugung sorgen, berichtet Junior-Inhaber Jens Dannhus.

Jens Dannhus (r.) begutachtet mit Frank Hemme die neue Solaranlage auf dem Dach der Werft.

Jens Dannhus (r.) begutachtet mit Frank Hemme die neue Solaranlage auf dem Dach der Werft.

Wie viel Hochtechnologie tatsächlich in einem 15 Quadratmeter Jollen-Kreuzer, auch P-Boot genannt, steckt, möchten die Werft-Inhaber der Familie Dannhus nun auch äußerlich noch sichtbarer machen. Das Werk an der Bundesstraße 51 in Hüde wird derzeit in seinem Erscheinungsbild auf die „inneren Werte“ Innovation, Technologie, Handarbeit und Exklusivität abgestimmt. Dazu gehört zunächst ein „Facelifting“ für die Gebäude – wie zum Beispiel das Verkleiden des so genannten Turms mit Aluminium-Profilen.

Junior-Inhaber Jens Dannhus: „Die neue Gebäudeverkleidung dient natürlich auch der verbesserten Isolierung, die Fenster und Türen wurden in diesem Zuge ausgetauscht, um die Dämmung zu optimieren. Aber diese Fassade spiegelt nicht zuletzt auch den hohen technischen Anspruch von Fricke & Dannhus wider. Dieser soll jetzt auch von außen sichtbar sein.“

So sollen Kunden, Partner und Durchreisende auch anhand der neuen Solarstrom-Anlagen auf den Dächern der Werfthallen sofort erkennen, dass die traditionsreichen Bootsbauer ganz auf Fortschritt eingestellt sind. „Diese Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 46 kWp (Kilowatt-Peak) ist eindeutig eine Investition in die Zukunft. Zum einen natürlich, weil wir mit der umweltfreundlichen Energie-Erzeugung einen ökologischen Beitrag leisten sowie Kapital ökonomisch sinnvoll anlegen. Zum anderen ist diese Technologie auch ein Aushängeschild und ein Imagefaktor, der die Marken-Architektur unseres Unternehmens perfekt unterstützt“, weiß Dannhus.

Mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet wurden die Flachdächer von zwei 100 Meter langen und 15 Meter breiten Hallen, die in L-Form angelegt sind. Frank Hemme von der Firma Sunos Solarpower, der selbst auf dem Dümmer segelt, legte dem Schiffsbauer ein schlüssiges Konzept und ein Angebot vor, aufgrund dessen Dannhus den Bau der Anlage entschied, die im Jahr durchschnittlich 40 000 kWp liefern soll. Jens Dannhus geht davon aus, dass die PV-Anlage über den Zeitraum von 20 Jahren insgesamt rund 770 000 kWp einspeisen wird. Dem steht eine Investition von 160  000 Euro €gegenüber, die sich nach etwa zehn Jahren amortisiert haben soll.

Kerngeschäft der Werft sind Neubau und Reparatur von P-Booten, wobei die meisten Schiffe echte Einzelstücke sind und nur auf Bestellung gefertigt werden. Jedes Jahr werden zwischen fünf und zehn Segelyachten fertig gestellt.

Für ein Exemplar benötigen die 15 gelernten Bootsbauer und vier Lehrlinge normalerweise drei bis vier Monate. Aufwändigere Ausführungen können auch schon mal bis zu zwei Jahre erfordern. „Viele unserer Kunden wissen nicht, welches Know-how in den Booten steckt. Aufgrund der langjährigen Erfahrungen haben wir hier sicherlich ein ganz besonderes Profil entwickelt“, sagt Dannhus. „Dazu passt einfach das Solarkraftwerk als Aushängeschild“, so der Junior-Inhaber weiter, „denn es steht auch für einen gewissen technologischen Vorsprung. Mir ist nicht bekannt, dass es in der näheren Umgebung bereits eine Anlage in dieser Dimension gibt.“

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