Wagenfeld - Vier ehemalige Ratsmitglieder haben es nach Ansicht des jetzigen Rates der Gemeinde Wagenfeld verdient, die Bezeichnung „Ehrenratsherr“ beziehungsweise „Ehrenratsfrau“ zu führen. Eingeladen waren alle zu Dienstag in der Sitzung in der Auburg. Drei waren da, Rolf Hepos fehlte wegen Erkrankung.

© Foto: Benker
Wagenfelds Bürgermeister Wilhelm Falldorf (links) mit den neuen Ehrenratsmitgliedern Friedrich Tegeler, Gisela Siepmann und Jürgen Bollmann (v.l.) in der Ratssitzung am Dienstag in der Auburg. ·
„Noch nie zuvor ist eine Ratsfrau zu einer ,Ehrenratsfrau‘ ernannt worden, Gisela Siepmann ist die erste“, begann Bürgermeister Wilhelm Falldorf seine Laudatio auf die ausgeschiedene SPD-Politikerin, die bis zum Ende der Legislaturperiode im September 2011 dem Rat 25 Jahre lang ununterbrochen angehört hatte.
Gisela Siepmann habe in dieser Zeit, 20 Jahre davon als stellvertretende Bürgermeisterin, für Kontinuität und Verlässlichkeit gestanden. Was in den zweieinhalb Jahrzehnten alles zu entscheiden, zu steuern und zu berücksichtigen gewesen sei, sei wesentlich durch Gisela Siepmann mit beeinflusst worden, betonte Falldorf. Er erinnerte an den Rathausbau und die Errichtung des neuen Kindergartens als Beispiele in jüngster Vergangenheit. Gisela Siepmann sei keine Freundin der lauten Töne gewesen, wohl aber eine der leisen Worte. Sie habe die politische Schönschrift bevorzugt. „Das haben alle gewusst, das haben alle an Gisela Siepmann geschätzt“, sagte Falldorf.
Für den Rat sei es deshalb selbstverständlich gewesen, das er gesagt habe: Gisela Siepmann hat nicht nur die für die Ernennung erforderlichen 15 Jahre erfüllt, sondern sie hat sich auch für die Gemeinde große Verdienste erworben.
„Jürgen Bollmann war ein Ratsmitglied mit hoher sozialer Kompetenz. Er stellte sich der Diskussion, war kompromissbereit, wo er meinte, Kompromisse eingehen zu können und zu dürfen. Er hat sich um die Gemeinde verdient gemacht“, sagte Falldorf.
Als Friedrich Tegeler mit der Ratsarbeit angefangen habe, seien einige der heutigen Ratsvertreter noch gar nicht geboren gewesen, wandte sich Falldorf an den dritten Ernannten. Seine kommunalpolitische Vita sei ein Kracher. Über drei Jahrzehnte kommunalpolitische Arbeit.
Friedrich Tegeler sei in seiner Zeit nicht nur körperlich der Größte im Rat gewesen, „er war auch das kommunalpolitische Schwergewicht“. Nicht nur seine Schuhgröße habe für gewaltige Standfestigkeit gesorgt, sein kommunalpolitisches Engagement sei atemberaubend gewesen.
Friedrich Tegeler sei in all den Jahren seines politischen Wirkens – sowohl für den politischen Freund als auch für den politischen Gegner – immer berechenbar und verlässlich gewesen. Er habe die Diskussion mit sachkundigen Mitstreitern geliebt, die auch parteipolitisch habe geführt werden können. Er habe sich dies auch leisten können, denn er habe über ein beneidenswert fundiertes Wissen verfügt. Und das auch im gesetzlichen Bereich.
„Wir wissen, ein ganz Großer hat Schluss gemacht. Eine große Persönlichkeit zieht sich zurück, hört auf, ist abgetreten von der kommunalpolitischen Bühne, hat gesagt: ,Nu is dat genog för me. Ik mook Schluss. Dat reeket‘,“ zitierte Falldorf das politische Urgestein, den Liberalen durch und durch. „Du warst über drei Jahrzehnte einfach nur gut“, endete Falldorf. · hwb
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