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Frühjahrsempfang: Ralf Meister gestern Abend zu Gast in Syker Christuskirche

Landesbischof statt Biene

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Syke - „Singt er? Und wie macht er das mit Anita?“ Superintendent Jörn-Michael Schröder hat gestern Abend zwei Fragen in den Raum gestellt, auf die der Landesbischof Ralf Meister selbst die Antwort geliefert hat. Der Gast aus Hannover hat beim Frühjahrsempfang des Kirchenkreises Syke-Hoya in der Christuskirche einen Vortrag gehalten: „Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem Stachelschwein“, frei nach Roy Black.

Landrat Cord Bockhop (v.l.), Landesbischof Ralf Meister und Superintendent Dr. Jörn-Michael Schröder beim Gespräch in der fast voll besetzten Syker Christuskirche. ·

© Foto: Ehlers

Landrat Cord Bockhop (v.l.), Landesbischof Ralf Meister und Superintendent Dr. Jörn-Michael Schröder beim Gespräch in der fast voll besetzten Syker Christuskirche. ·

Gesungen hat er nicht. Enttäuschte Gesichter gab es in dem Gotteshaus deswegen keine, vielmehr zeichnete sich Neugier in den Mienen der zahlreichen Gäste ab. Der Landesbischof bezog sich in seinem Vortrag tatsächlich auf Roy Black, der jenen Titel 1975 zusammen mit Anita gesungen hatte. Aber Meister ging es dabei um mehr als einen launigen Schlager. Er forderte seine Zuhörer auf, über Schönheit nachzudenken. Und darüber, was diese eigentlich ausmacht. „Da zeigt Roy Blacks Lied mehr Ernsthaftigkeit und Theologie auf, als erwartet“, betont Meister. Immerhin habe man in Blacks Refrain alles drin – ein Stück Schöpfungsfreude, eine Lust, Mensch zu sein, eine Dankbarkeit über die Natur.

Was schön ist, ist Ansichtssache. Eine Frage der Sicht auf die Dinge. Meister arbeitete diese Definition von Schönheit heraus. Der Begriff „Ansicht“ kann sich demnach sowohl auf den Blick verschiedener Menschen auf die selbe Sache beziehen, als auch auf die verschiedenen Dinge, die als „schön“ gelten. So staunen Menschen laut Meister über den Frosch im Gras, einen schönen Menschen oder ein wundervolles Bild.

Er führte auch ein persönliches Beispiel ins Feld: Das Auto als Sinnbild für die Gefahr der Materialisierung. Meister als Autofan und Sohn eines Vaters, der eine große Affinität zu Handwerklichem sowie Autos hatte, hielt sie „für die verbreitetste Form der schönen Objekte“. Dabei gelte es aber, den Menschen und seine Würde von seinem Besitz strikt zu trennen. „Ist der Mensch, was er besitzt? Natürlich nicht!“ Dass Schönheit viel damit zu tun hat, dass der Mensch mit offenen Augen durch die Welt geht und wie er andere sieht, verdeutliche Meister später mit den Worten der Nobelpreiträgerin Gabriela Mistral: „So wie du mich anblickst, werd‘ ich schön.“ Das sei der Blick Gottes. An dieser Stelle wies der Landesbischof auf das Engagement vieler Menschen im Landkreis hin, die die Familie Nguyen aus Hoya im Blick und sich für ihre Rückkehr stark gemacht hätten.

Damit sprach Meister auch aus der Seele der Familie, die ebenfalls zum Empfang gekommen war. Die älteste Tochter Ngoc Lan und ihr Vater sprachen an der Kanzel ihren Dank an alle Helfer aus. „Wir haben soviel Liebe von so vielen Menschen gespürt“, sagte Ngoc Lan Nguyen und bekam den Dank von den Gästen in Form von anhaltendem Applaus zurück. · kat

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