Diepholz - Von Helge Bredemeyer„Wi freit us up jo!“ So steht es im Flyer der neuesten Aufführung der Deefholter Döntkenspälers am vergangenen Wochenende. Die Freude auf ihr Publikum ist eines ihrer Markenzeichen. Sie bestimmt das Spieltemperament der bekannten Laienspielgruppe, ihre verrückten Einfälle und überhaupt das auserkorene Ziel, für und mit dem Publikum Spaß zu haben.

© Foto: Bredemeyer
Einer der Döntkenspäler-Sketche: Gaby Halfpap mit ihrem verrückten Ganovenquartett beim Pläneschmieden. ·
Die Resonanz der vielen Besucher aus Diepholz und dem Umkreis bestätigte das Ensemble mit 15 engagierten Mimen und allen Mitarbeitern hinter den Kulissen. Dem gelungenen Auftakt am Samstagabend folgte der zweite Auftritt am Sonntagnachmittag.
Da legte das Publikum noch zu: Es klatschte Georg Türke als Pausenfüller vor den Vorhang, amüsierte sich kommentarreich über seine wechselnden Kostüme vom Geistlichen bis zum Clown und sang kräftig mit, als Jochen Dittert sie zum Potpourri von „Horch, was kommt von draußen rein“, einlud.
Der Vorzug einer heimischen Bühne liegt auch in der Chance, hier und da Lokales und Persönliches einfließen zu lassen. Damit wurde nicht gegeizt, sondern köstlich gereizt. Das Angebot plattdeutscher Stücke und leichter Muse hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. War die Laiengruppe der Döntkenspälers vor 23 Jahren fast einsame Spitze ihrer Zunft und konnte sich vor Zulauf kaum retten, gibt’s heute viel Konkurrenz beachtlicher anderer Laienbühnen und professioneller Künstler. Das war bereits beim Kartenvorverkauf zu spüren. Umso schöner war es dann, dass sich letztlich an beiden Tagen insgesamt gut 500 Besucher im Diepholzer Theater einfanden und alle begeistert waren.
Die Besucher registrierten mit Wonne die vielen gut überlegten Details: Die Strumpfbänder vom „Engel“ Jürgen Rohlfs, die irren Punkerfrisuren von Nicole Walter und Claude Piton, oder auch die rosa Bettsöckchen von „Nervensäge“ Gina Konrad. Dazu die wechselnden Kulissen, wobei sich der Himmel mit wabbernden Nebelschwaden entsprechend abhob.
Sketche auch
einzeln zu buchen
Kein Problem für sie, betitelte sie doch Türke für die Truppe „als Mutter der Nation.“ Ein großes Lob soll den Spielern für ihre Sprachgewandtheit zuteil werden. Zum einen für die plattdeutsche, aber auch für ihre hochdeutsche Zungenfertigkeit. Hier zeigte sich als herausragendes Duo das junge „Putzfrauenteam“ Miriam Kaczmarzik und Nicole Walter. Miriam war es am Ende auch, die sehr wortgewandt alle Mitspieler in ihren Rollen charakterisierte und namentlich vorstellte.
Dazu gehörten außer den schon genannten: Frank Hahn, Carsten Zeidler, Sylvia Thobe, Carola Koldewei, Silke Meyer, Jürgen Reinsch und Gaby Halfpap. Sie dankte auch Christoph Wedler (Lichttechnik) und Hans Günther (Vorhang). Mit Gitarrenbegleitung von Jürgen Reinsch sangen sie schunkelnd ihr Abschiedslied „Tschüss denn und kommt gut nach Haus“.
Einen Geheimtipp der Deefholter Döntkenspälers gibt es noch: Nach beiden Auftritten heißt es das ganze Jahr über weiter „Bühne frei für die Truppe!“ Denn jeder Sketch ist auch alleine sehenswert und eine Bereicherung für Treffen, Feste und Feiern. Die Döntkenspäler-Stücke können einzeln für Veranstaltungen gebucht werden.
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