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Bornbach-Umleitung reicht nicht

Ergebnisse der 1. Limnologischen Fachtagung Dümmer See / Vorträge und Diskussionen

Bornbach-Umleitung reicht nicht

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Stemshorn - · Durch die Bornbach-Umleitung kann nur ein Teil der aus dem Einzugsgebiet stammenden Nährstofffracht um den Dümmer herumgeleitet werden. Eine effiziente Verringerung der Nährstoffe, die zur Algen- und Schlammbildung führen, könne aber nur durch weitere Maßnahmen erreicht werden.

Teilnehmer der 1. Limnologischen Fachtagung Dümmer See im „Alten Schafstall“ auf dem Schäferhof.

Teilnehmer der 1. Limnologischen Fachtagung Dümmer See im „Alten Schafstall“ auf dem Schäferhof.

Das ist ein Ergebnis der 1. Limnologischen Fachtagung Dümmer See, die die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD) im Kommunikationszentrum „Alter Schafstall“ auf dem Schäferhof am Dümmer in Stemshorn veranstaltete (wir berichteten bereits kurz).

Dabei wurden im Rahmen von Fachvorträgen die Entwicklung des Dümmers bis zu seinem jetzigen Zustand, die im See und in seinem Einzugsgebiet ablaufenden Prozesse sowie mögliche Ansätze zur Verbesserung des Seezustands vorgestellt und diskutiert. Hierzu waren Wissenschaftler, Mitarbeiter von Fachbehörden aber auch Praktiker, wie der Berufsfischer Ludolf Dobberschütz, zusammengekommen, um ihre Forschungsergebnisse und Erfahrungen zu präsentieren. Der Tagungsraum war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Publikum setzte sich aus Wissenschaftlern, Mitarbeitern von Fachbüros und Behörden sowie interessierten Bürgern zusammen und trug durch eine rege Diskussion zum Gelingen der Fachtagung bei. Limnologie ist die Wissenschaft von Binnengewässern als Ökosysteme.

Zur Senkung der in den Dümmer fließenden Nährstofffracht war ursprünglich im Rahmen des Dümmersanierungskonzepts ein Großschilfpolder vorgesehen, der aufgrund hoher Bau- und Betriebskosten jedoch nicht umgesetzt wurde. Wie Rudolf Gade vom Niedersächsischen Umweltministerium in seinem Grußwort berichtete, sei auch zukünftig nicht mit dem Bau einer solchen Anlage zu rechnen. Im Nachgang der Tagung sollen nun praxistaugliche Maßnahmen zur Verringerung des Nährstoffeintrags aus dem Einzugsgebiet erarbeitet werden.

Im Mittelpunkt vieler Vorträge stand die zu hohe Phosphatkonzentration im See, die das Wachstum von Blaualgen (Cyanobakterien) bestimmt. Das optimale Wachstum der im Dümmer vorkommenden Blaualgenart liegt bei einer Phosphatkonzentration um 0,1 mg-Phosphor pro Liter. Dieser Wert wird im Sommer erreicht beziehungsweise überschritten und löst den starken Blaualgenbefall aus. Es wurde dargestellt, dass die Phosphatfracht durch die Hunte in den Dümmer in den Wintermonaten am höchsten, hingegen im Sommer am geringsten ist. Dennoch steigt im Sommer der Phosphatgehalt im Seewasser stark an. Es muss davon ausgegangen werden, dass die hohen Phosphatkonzentrationen im Sommer auch durch eine Phosphatzirkulation aus dem Schlamm in den Wasserkörper entstehen.

Es wurde erklärt, dass sich die Anreicherung der Phosphate im Schlamm und im Wasser des Sees durch ein Großschilfpoldersystem im Zusammenwirken mit der Bornbachumleitung effektiv begrenzen lassen.

Die Ergebnisse der Tagung werden auf der Homepage der NUVD (http://www.nuvd.de) veröffentlicht. Zudem soll eine Arbeitsgruppe mit den NUVD-Mitgliedsverbänden und weiteren Akteuren gebildet werden, um die auf der Tagung aufgezeigten Ansätze praxistaugliche Umsetzungen zu entwickeln.

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