Diepholz - Von Manuela Wiegmann„Wenn das Licht langsam ausgeht, entsteht ein geheimnisvoller Raum, der sich ausbreitet und sich um einen schließt.“ Nur ein Kinoliebhaber wie Klaus Seehafer kann den Beginn einer Filmvorstellung so beschreiben. Seine Begeisterung für Lichtspielhäuser hat ihn dazu angetrieben, das Kommunale Kino in Diepholz zu gründen. Es besteht nun seit 25 Jahren.

© Foto: Wiegmann
Klaus Seehafer gründete 1987 das Kommunale Kino mit.
Nach regem Austausch mit Horst Schöttler, „einem der geistigen Väter“ der Idee, begann Klaus Seehafer 1987 gemeinsam mit Ulrich Walter, dem heutigen Geschäftsführer der Firma Lebensbaum und damaligen Leiter des Jugendfreizeitzentrums, dem Diepholzer Kinopublikum regelmäßig einen ausgewählten Film im Central Theater (heute Central Kinos) zu präsentieren.
Die Aufregung vor der ersten Vorstellung war groß: „Zuerst dachte ich, es kämen überhaupt keine Leute“, erinnert sich der Bibliothekar und Schriftsteller an die Anfänge. Der Einladung zum Premierenfilm „Hanna und ihre Schwestern“ von Woody Allen folgten an dem verschneiten Montag im Winter 1987 aber 185 Gäste. Der Abend wurde ein Erfolg.
Anfangs alle zwei Wochen, später wöchentlich zeigte das Kommunale Kino zusätzlich zum regulären Programm Filme, die sich von der Masse abheben. Der obligate James-Bond-Film sei zwar ganz nett, könne aber nicht alles sein, begründet Klaus Seehafer das Angebot.
Für die Gestaltung eines hervorragenden Jahresfilmprogramms erhielt Klaus Seehafer zweimal den Kinoprogrammpreis Niedersachsen-Bremen in der Kategorie der nichtgewerblichen Filmabspielstellen.
Besonders in Erinnerung ist ihm – und vermutlich vielen Kinogängern – der Besuch von Buchautor, Kritiker und Kulturjournalist Hellmuth Karasek geblieben. Das damalige Mitglied des „Literarischen Quartetts“ gab 1996 im Kommunalen Kino dem Billiy-Wilder-Film „Eins, zwei, drei“ eine unterhaltsame Einführung und begeisterte Gäste und Veranstalter.
2005 verließ Klaus Seehafer Diepholz und das Programmkino. Er fand eine neue Heimat in Bitterfeld/Sachsen-Anhalt. Seit Mai 2011 ist ein Team ehrenamtlich engagierter Filmfreunde für die Auswahl der besonderen Montagsfilme verantwortlich: Gisela Langhoff, Dr. Roswitha Prinz-Schubert und Dr. Rainer Schubert wählen als Nachfolger von Jutta Seehafer, die zwischenzeitlich fast sechs Jahre lang das Programm organisierte, die Werke für das Kommunale Kino aus. Nach wie vor müssen die Filme besondere Kriterien erfüllen: „Sie sollen nicht unter die Gürtellinie gehen, nicht so leicht sein, dass es weh tut und einen intellektuellen Anstrich haben“, erklärt Dr. Roswitha Prinz-Schubert.
„Im intensiven Dreiergespräch“, wie es die ehemalige Vorsitzende des Kulturrings Diepholz beschreibt, erstellen die Verantwortlichen anhand regelmäßiger Besuche von umliegenden Programmkinos sowie des aufmerksamen Lesens von Kritiken den Spielplan. Auch das Gespräch mit dem Diepholzer Filmpublikum suchen sie gerne, um Ideen aufzunehmen.
Durchschnittlich 60 Kinobesucher sehen die Vorstellungen. Unterstützt wird das Kommunale Kino durch einen Etat der Stadt Diep holz, mit dem bei Veranstaltungen mit weniger als 40 Besuchern die Verluste ausgeglichen werden.
„Wir hoffen, dass man eines Tages am Montag in Diepholz einfach in das Kino geht“, sagten Ulrich Walter und Klaus Seehafer in ihrer Ansprache an das erste Publikum des Kommunalen Kinos im Januar 1987.
25 Jahre und fast 62 000 Besucher später gehört „der besondere Film“ am Montagabend um 20.15 Uhr im Kommunalen Kino fest in den Terminplan zahlreicher Kinoliebhaber aus Diep holz und Umgebung.
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