010.07.10|Diepholz|Diepholz|
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Diepholz - Von Lisa DuncanLEMBRUCH/HÜDE · Gestern hat das Gesundheitsamt Diep holz ein Badeverbot am Dümmer ausgesprochen. Grund: Die gemessene Konzentration an Blaualgen. Damit hält der Binnensee derzeit einen traurigen Rekord. „Von den zwölf bis 13 Badeseen, die wir vom Gesundheitsamt aus überwachen, weist nur der Dümmer Blaualgen auf“, sagt Dr. Egbert Steffen, Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises Diepholz.
„Wir kontrollieren die Wasserqualität an den Badestellen alle 14 Tage“, sagt er. Zwar seien keine exakten Grenzwerte für Blaualgen vorgeschrieben. Doch bei der letzten, vor zehn Tagen entnommenen Probe, hätten sich bereits deutlich Blaualgen nachweisen lassen. „Man sieht das auch mit bloßem Auge, wenn es im Wasser Schlierenbildung gibt.“
Warum spricht das Gesundheitsamt bei Blaualgenbefall ein Badeverbot aus? Blaualgen können Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen, bei Verschlucken von Wasser auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Kinder seien bei diesen Vergiftungserscheinungen besonders gefährdet, da sie oft unbeabsichtigt Wasser schluckten. Aus demselben Grund rät der Mediziner Badegästen, bei Spaziergängen ihre Haustiere im Auge zu behalten.
Ob sich der Zustand des Binnensees in den nächsten Tagen ändern werde, hänge von solchen Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Wassertemperatur und Windrichtung ab. „Dass es zu einer Besserung kommt, ist aufgrund der Wettervorhersage und den derzeitigen Windverhältnissen aus Richtung West/Süd-West nicht zu erwarten“, betont Dr. Steffen. Bevor das Gesundheitsamt gestern Vormittag das Verbot aussprach, hatte er sich mit anderen Sachverständigen persönlich am Dümmer von der Lage überzeugt: „In Hüde sind wir auch ziemlich weit reingegangen. Dabei wurde deutlich: Das Problem beschränkt sich nicht nur auf die Badestellen.“
Seit einigen Jahren seien die Behörden gemäß der EU-Badegewässer-Richtlinie verpflichtet, bei Blaualgenbefall ein Badeverbot zu verhängen.
Neben den Gefahren beim Baden müsse nun noch geklärt werden, inwiefern sich die Blaualgen auch schädlich auf den Fischbestand auswirken. „Das kann ich aber nicht beurteilen“, setzt Dr. Steffen hinzu. Die Proben seien aber bereits an das Veterinäramt weitergeleitet worden.
Um die Badegäste zu warnen, seien an den Badestränden bereits Verbotsschilder aufgestellt worden.
Margarete Schlick, Lembruchs Bürgermeisterin und Inhaberin der Segelschule Schlick, kann selbst noch nichts entdecken: „Wir haben die grüne Alge, aber nicht die blaue.“ Im vergangenen Jahr seien die Schilder schon am Abend des Verbotstages wieder entfernt worden. „Wir gehen noch rein, aber man muss ja an die Gäste denken“, gibt sie zu.
Wer trotz Verbot nicht auf sein Bad verzichten will, muss kein Bußgeld erwarten – die Nutzung geschieht auf eigene Gefahr.
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