027.09.10|Landkreis Diepholz|Landkreis Diepholz|
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Landkreis - (sdl) · „Ich glaube an ein Leben vor dem Tod“, prangte in großen Lettern auf den T-Shirts von Silke Beyer und Marion Rempe am Info-Stand der Selbsthilfegruppe „Lebenszeichen“. Doch was tun, wenn Krankheit oder persönliche Probleme Schatten auf das Leben werfen? 40 Selbsthilfegruppen und Institutionen aus dem gesamten Landkreis boten gestern in Syke Antworten.

Gar nicht so einfach: Mit der „Rauschbrille“ Lego-Türme bauen. Diese Selbsterfahrungsmöglichkeit bot Anja Krüger gestern Inge Rostek (l.) vom Blauen Kreuz. Fotos (3): Ehlers
Deshalb glich die Grundschule am Lindhof einem kleinen Messegelände, auf dem Ehrenamtliche aus mehr als 30 Selbsthilfegruppen sowie professionelle Anbieter Tipps und Informationen präsentierten. Broschüren, Buchtipps oder Selbsterfahrungsmöglichkeiten: Die Bandbreite war groß, die Zahl der Besucher nach Aussagen von Ausstellern eher zufriedenstellend. Binnen vier Stunden zählte Günter Meyer von der Selbsthilfegruppe Schuppenflechte (Psoriasis) zwölf Betroffene und Angehörige, die auf der Suche nach Unterstützung waren. Weiterhelfen konnte Meyer nicht nur mit der Einladung zum Gruppentreffen, sondern auch mit der Adresse eines fachlich versierten Mediziners.
Eine Ärztin auf der Suche nach einer passenden Selbsthilfegruppe für eine Patientin fragte derweil bei Silke Beyer und Marion Rempe nach.
„Hoher Blutdruck – Alarmsignal“, warnte ein Plakat bei der ambulanten Herzgruppe Sudweyhe, die gleichzeitig Messungen anbot. Vis à vis probierten Besucher einen Roller für Behinderte aus – oder informierten sich bei der Patienteninitiative „Ambulante Versorgungslücken“ aus Bremen über Hilfe für Alleinstehende nach einem Klinikaufenthalt.
„Warum trägt Mama im Sommer eine Mütze?“, lautete der Titel einer Broschüre, die Kindern behutsam die Krebserkrankung ihrer Mutter erklärte – zu haben am Stand der Krebsberatungsstelle. Brigitte Meyer und Angelika Wilkening-Scheck waren sich einig: Ihr Stand werde „richtig gut besucht.“ Beide führten nicht nur Gespräche mit Betroffenen, sondern auch mit anderen Selbsthilfe-Vertretern. Für Brigitte Meyer ein wichtiger Effekt: „Netzwerke lassen sich neu erschließen und erweitern.“ Neue Welten mit dem Rollstuhl entdecken – wie das funktioniert, zeigte Jürgen Klug, der über spezielle Reisen nach Ägypten, Kenia oder Mexico informierte.
Heigl-Vorführungen und Vorträge gehörten gestern ebenso zum Programm wie eine Fragebogen-Aktion: Wünsche und Anregungen von Besuchern sowie Ausstellern waren gefragt. Die wolle man jetzt gezielt auswerten, so Petra Arnhold von der Stadt Syke, den den Tag zusammen mit Ursula Dell und Birte Dehmel von der Selbsthilfekontaktstelle organisiert hatte. Petra Arnhold freute sich besonders, dass der Bürgerbus den Pendelverkehr zum Bahnhof übernommen hatte und Auswärtigen den Weg zur Messe erleichterte.
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