Asendorf - Ein echtes Bauernstück bekamen am Sonnabendabend die Zuschauer bei der Premiere der neuen Komödie der Asendorfer Spektaklers zu sehen: „De dree Blindgängers“ erntete nach drei Stunden viele Lacher und Applaus im Gasthaus Uhlhorn. Gestern morgen gab es eine weitere Vorstellung; gespielt wird das Stück noch bis Mitte März.

© ksy
Ein Findelkind lag vor der Tür: „De dree Blindgängers“ sind völlig überrascht.
Zunächst hatten traditionsgemäß zwei ältere Damen ihren Auftritt: Als „Frieda“ und „Hannelore“ zogen Karsten Döhrmann und Oliver Bartens, verkleidet mit Hüten, Perücken und Stützstrümpfen, über tagesaktuelle Ereignisse her. Ob Bundespräsident Christian Wulff, Silvio Berlusconi oder „die Linken“, deren „neues Logo bald Hammer und Spritze“ sei, weil sie sich für die Freigabe von Drogen einsetzen: Sie alle bekamen ihr Fett weg. Nahtlos leiteten die beiden dann über zum Lustspiel von Maximilian Vitus, das „De Spektaklers“ unter der Leitung von Annegret Bartens einstudiert hatten.
Auch in dem Dreiakter glänzten Döhrmann und Bartens, dieses Mal als die beiden älteren Brüder der „dree Blindgängers“. Als Junggesellen „Krischan“ und „Korl“, beide Mittvierziger, leben sie unrasiert und ungekämmt vor sich hin. Das Rasiermesser benutzen sie nur zum Schneiden von Hühneraugen, mit dem Bodenwischlappen säubern sie auch den Küchentisch. Jeden Abend gibt es „Grütz mit Melk“, und der Köm fließt reichlich.
Ebenfalls auf dem einsamen Hof wohnt der jüngere Bruder „Jörn“ (Pit Steinbeck), aber auch der hat mit Frauen wenig im Sinn. Schließlich haben sie sich beim Tod des Vaters geschworen, als drei gleichberechtigte Bauern den Hof weiterzuführen – und da soll keine „Deern“ dazwischenkommen“.
Wie sich „de Romantik un de Erotik“ so langsam in das Leben der Brüder einschleichen, zeigten „Krischan“ und „Korl“ überzeugend. Letztendlich war Jörn jedoch der Glückliche, und mit der reichen Witwe Beckmann (Dorit Döhrmann) musste sich schließlich auch niemand einlassen – obwohl Viehhändler Thomsen (Reiner Meyer), der den Kuppler spielte, darüber natürlich enttäuscht war.
Für die Technik inklusive Gewitterblitzen sorgten Jürgen Ehrenbruch und Sandra Schlesselmann, die auch für das Bühnenbild zuständig war. Sie hatte eine nostalgische Küche eingerichtet, in der die Junggesellen ihre Socken und Unterwäsche an einer Leine über dem Herd trockneten.
Katharina Hasselhop hatte die Maske übernommen und erreicht, dass die Brüder mit echt aussehenden Bartstoppeln und ergrauten Haaren überzeugten. Die Souffleusen Ilse Ohlmeier und Vera Detering sorgten für einen reibungslosen Ablauf und lösten auch das Problem des klemmenden Vorhangs.
Ihre nächste Vorstellung geben die „Spektaklers“ am Sonntag, 5. Februar. Insbesondere für die Aufführung am Sonnabend, 3. März, ab 18.30 Uhr mit Geflügelbüfett gibt es noch ausreichend Karten, teilte Dieter Bartens mit. Diese sind erhältlich bei Sky Tech an der Hohenmoorer Straße 5 oder unter Tel. 04253/ 17 31. · gru
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