Bruchhausen - SCHWARME · Im Vorgriff auf die Haushaltsdebatte in der Schwarmer Ratssitzung am Mittwoch, 8. Februar, hat sich die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Gedanken über die Finanzierung einer Kinderkrippe ab August dieses Jahres gemacht. Die Fraktion möchte auf einige von der Verwaltung vorgeschlagenen Maßnahmen verzichten.
Per Gesetz haben Eltern ab dem 1. August 2013 einen gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz. „Da macht es schon Sinn, früher damit anzufangen“, erklärt Cattrin Siemers, Leiterin des Bildungsressorts bei der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen. Außerdem sei der Schwarmer Bedarf nicht mit den Einrichtungen in Martfeld und Bruchhausen-Vilsen zu decken. Eine Erhebung der Verwaltung ergab, dass sich elf Schwarmer Familien eine Betreuung ihres Nachwuchses in einer Krippe wünschen. „Immer mehr junge und gut ausgebildete Mütter möchten wenige Jahre nach der Geburt eines Kindes in ihren Beruf zurück, weil sie sonst den Anschluss verpassen. Die Gemeinde sollte darauf umgehend reagieren“, heißt es in einer Mitteilung der UWG. Da die Einrichtung der Krippe laut Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg (SPD) auch bei den Sozialdemokraten unstrittig ist, steht einem entsprechenden Beschluss am Mittwoch nichts im Wege. Die CDU war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Räumlich sei die Unterbringung der Krippe kein Problem, sagt Cattrin Siemers. Erst 2011 hatte die Gemeinde eine Kindergartengruppe im Nebengebäude aufgelöst. Da die Betreuung der Kleinsten allerdings nur im Hauptgebäude Sinn mache, müsse eine Kindergartengruppe in das Nebengebäude umziehen. Die Umbaukosten würden sich auf 30 000 Euro, der Bundeszuschuss aus dem Programm „Richtlinie Investitionen Kinderbetreuung“ (RIK) auf 25 000 Euro belaufen. Die Kosten für den Betrieb einer Krippe richten sich nach den Öffnungszeiten und können laut Verwaltung jährlich zwischen 45 000 und 60 000 Euro betragen. Für die ersten fünf Monate käme Schwarme zwar mit 14 300 Euro davon. Doch ab August 2013, betont Cattrin Siemers, sei die Betreuung des Nachwuchses nur dann zu finanzieren, wenn Schwarme eine Kindergartengruppe schließe.
Im Gegenzug möchte die UWG die Verkehrssicherheit vor allem für Kinder und ältere Mitbürger erhöhen und eine Geschwindigkeitsanzeige („Smiley“) an einem Ortseingang aufstellen – „um zu prüfen, ob sich damit die Geschwindigkeit reduzieren lässt“. · ah
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