Br.-Vilsen - Tierheime und Tierschutzgruppen stehen vor einem großen Problem: Für die Unterbringung von Fundkatzen und -hunden reichen ihre Einnahmen vorne und hinten nicht mehr. Ohne ehrenamtliches Engagement und Spenden der Bevölkerung hätte die eine oder andere Einrichtung längst dicht machen müssen.

© Foto: Siedenberg
Daniela Wellnitz mit sechs der 60 Katzen, die die Tierschutzgruppe Bruchhausen-Vilsen zurzeit betreut. ·
Die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen möchte dieser Entwicklung Rechnung tragen und hat den Ansatz für den Tierschutz im Entwurf für den Haushaltsplan 2012 von 20 000 auf 24 000 Euro erhöht.
Davon profitiert in erster Linie die Tierschutzgruppe Bruchhausen-Vilsen, deren Zuschuss von 16 000 auf 20 000 Euro steigt. In ihrer Auffangstation in Ochtmannien sowie in drei Privatunterkünften kümmern sich Daniela Wellnitz und ihr Team um in der Samtgemeinde aufgegriffene Katzen. Fundhunde bringt die Kommune im Tierheim Drakenburg unter. Die Mittel für den Tierschutz sollen so eingesetzt werden, dass für den Verein „Drakenburger Heide“ 1 000 Euro zur Verfügung stehen. Das sind immerhin 750 Euro mehr als in den Vorjahren. „Sollten darüber hinaus Kosten anfallen, müssten wir überplanmäßig nachlegen“, meint Volker Kammann, Leiter des für den Tierschutz zuständigen Fachbereichs Bürgerservice.
Seit zehn Jahren kümmert sich das Tierheim in Drakenburg um Fundhunde aus der Samtgemeinde. Anfangs seien es ein oder zwei Vierbeiner pro Jahr gewesen, inzwischen liege der Schnitt bei sieben Tieren. „Es können auch mal 14 sein, wie im Jahr 2008“, sagt Helke Roman. Die Vorsitzende denkt über eine Kündigung der Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde nach, sollte diese nicht der 200-Euro-Pauschale zustimmen. Die Kommune ihrerseits prüft, ob es alternative Lösungen gibt.
60 Katzen befinden sich zurzeit in Obhut der Tierschutzgruppe Bruchhausen-Vilsen. „Damit sind wir ja schon zufrieden“, sagt Edith Peter, die ihrer Tochter Daniela Wellnitz ehrenamtlich unter die Arme greift. Doch spätestens im März, wenn der Nachwuchs kommt, geht die Tierschutzgruppe wieder in Arbeit unter – und das, obwohl inzwischen zwei 400-Euro-Kräfte zum Team zählen. „Trotz Aufklärung wird es Jahr für Jahr schlimmer. Höfe und Häuser werden versteigert, die Katzen zurückgelassen“, berichtet Edith Peter. „Eine Schraube ohne Ende.“
In Abstimmung mit anderen Kommunen würde Kammann am liebsten präventive Maßnahmen wie Kastrations- und Chip-Pflicht für frei laufende Katzen durchsetzen. „Gespräche mit dem Kreisveterinär amt laufen“, sagt der Fachbereichsleiter.
In einem anderen Punkt sieht er die Behörde sogar in der Pflicht: „Nicht alle Tiere sind Fundtiere. Wenn die äußeren Umstände dafür sprechen, dass der Hund ausgesetzt wurde, dann ist das ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und somit Sache des Kreisveterinäramtes.“ · ah
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