Martfeld - „Nö, hier ist kaum was los“, sagte Werner Sudmeyer, während er die Treppe hinab stieg – und auf dicht besetzte Stuhlreihen blickte. „Außerdem wollte ich nur erwähnen: Dein Anruf wird aufgezeichnet“, erzählte er dem Menschen am anderen Ende der Leitung. Und integrierte damit gleich die aktuelle Wulff-Debatte in seine Comedy-Premiere.

© Foto: Suling
Werner Sudmeyer gastierte mit seinem Soloprogramm in der Fehsenfeldschen Mühle in Martfeld. ·
Erstmals stand Werner Sudmeyer am Freitagabend in der Fehsenfeldschen Mühle allein auf der Bühne – oder besser gesagt, auf der Treppe. Die nämlich stellte die Bühne für den Akteur dar, der sonst zusammen mit den „Mattfelder Theoterspeelern“ amüsante Stücke auf die Bretter bringt. Alleine war er nicht minder lustig. Seine Mitstreiter saßen im Publikum und mischten dennoch von Zeit zu Zeit mit passenden Kommentaren mit.
Sudmeyer nahm viele Themen aufs Korn, ließ seine Vergangenheit mit ganz viel Augenzwinkern Revue passieren und brauchte zunächst einen Augenblick, bis sich das Publikum auf seinen Humor eingelassen hatte. Als er von den kleinen, handgestrickten Leibchen berichtete, die er sich als Kind auf Drängen seiner Mutter anziehen musste, war der erste Bann gebrochen, die Lacher waren da: Das erinnerte viele Gäste offenkundig an ihre eigene Kindheit. „Dieses wohlige Gefühl, wenn die linken Maschen sich in die rechten Brustwarzen bohrten . . .“, hob Sudmeyer an.
Anzüglich wurde er während seiner Comedy-Premiere häufiger, vielen im Publikum gefiel das. Was überzeugte: Er präsentierte sein Programm als lockere Plauderei bei einem Gläschen Wein, interagierte mit den Besuchern und ließ sich auf spontane Äußerungen mit Schlagfertigkeit ein. Das kann nicht jeder. · ine
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