Gründungsmitglied des MSC Schwarme erinnerte sich bei 60-Jahr-Feier auch an seine „NSU Fox“

Die Ehre gebührte Hans Tell

024.06.10|Bruchhausen-VilsenFacebook
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Bruchhausen - SCHWARME (ahe) · Dass ein 79-Jähriger im Mittelpunkt sportlicher Aktivitäten steht, kommt nicht alle Tage vor. Im Fall von Hans Tell bestanden am Dienstagabend jedoch keine Zweifel: Während der Feier zum 60-jährigen Bestehen des Motorsportclubs (MSC) Schwarme gebührte die Ehre größtenteils dem Gründungsmitglied.

Erhielten als „herausragende Personen des Clubs“ die Ehrennadel in Gold von Schriftführer Reiner Schröder (l.) und Vorsitzendem Kurt Harries (r.): (v. l.) Günter Eggers, Friedel Bielefeldt, Hans Tell und Robert Stelbrink.

Erhielten als „herausragende Personen des Clubs“ die Ehrennadel in Gold von Schriftführer Reiner Schröder (l.) und Vorsitzendem Kurt Harries (r.): (v. l.) Günter Eggers, Friedel Bielefeldt, Hans Tell und Robert Stelbrink.

Im Clublokal Gasthaus „Zur Post“ spitzten 100 geladene Gäste aus Politik, Dorfvereinen und Rennsportszene die Ohren, als Tell am Rednerpult die Stimme erhob. „Mein erstes Motorrad nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war eine NSU Fox. Die hatte damals neun PS.“ Unvorstellbar heutzutage – genauso wie der Beitrag, den der am 22. Juni 1950 unter dem Vorsitz von August Rust aus der Taufe gehobene Verein erhob: eine D-Mark pro Monat.

„Am 6. August, also nur wenige Wochen später, fuhren wir das erste offizielle Rennen im Schwarmer Bruch. Die Resonanz war riesig“, erinnerte sich der Zeitzeuge an über 10 000 Zuschauer. Und mit trauriger Miene fügte Tell an: „Mittlerweile wird der Einsatz der Vereinsmitglieder nicht mehr honoriert. Die Zuschauerzahlen sinken.“

Teure Fahrerfelder und wetterbedingte Rennabbrüche hatten finanzielle Kapriolen ausgelöst, die der MSC – auch durch einen Sonderbeitrag der Clubmitglieder im vergangenen Jahr – mittlerweile überstanden hat. Risikoreiche, zur Europameisterschaft zählende Läufe gehören der Vergangenheit an. „Jetzt konzentriert ihr euch wieder auf eure Wurzeln – die klassischen Grasbahnrennen“, lobte Josef Hukelmann, Vorsitzender der norddeutschen Bahnrenn-Veranstalter.

Sichtlich berührt zeigte er sich von den Ehrungen, die der Clubvorsitzende Kurt Harries und Schriftführer Reiner Schröder vornahmen. „Die Leute, die im Hintergrund arbeiten, gehören nach vorne“, freute sich Hukelmann beispielsweise für die „treuen Helfer“ (Harries) Waltraud und Wolfgang Borgward.

Herausragend aus einer Vielzahl von Glückwünschen und Auszeichnungen für verdiente Sportler präsentierte sich die Übergabe der Ehrennadel in Gold für 60-jährige Mitgliedschaft. Mit Ausnahme von Heinrich Precht waren sie alle erschienen: Hans Tell und Friedel Bielefeldt (Ehrensportleiter), Robert Stelbrink (langjähriger Schriftführer) und Günter Eggers (Oldtimer-Organisator). Was diese Fünf bereits geleistet haben, hat ein Geehrter wie B-Lizenz-Fahrer Sven Mannot noch vor sich. Richtig in die Knie musste Kurt Harries sogar gehen, als er weit in die Zukunft blickte und Niels Oliver Wessel sowie Fabien Neid nach vorne bat. „Stolz“ sei er auf die beiden Fahrer der Schülerklasse, denen er jeweils eine Uhr übergab, „damit ihr immer pünktlich zu allen Rennen kommt“.

ADAC-Rennsportreferent Ludger Spils war sich sicher, dass nicht nur die beiden Nachwuchsfahrer, sondern der ganze Verein – „mit der Kanone Kurt Harries an der Spitze“ – eine vielversprechende Zeit vor sich habe. Schwarmes Bürgermeister Hermann Schröder gab ergänzend zu bedenken, dass die Grasbahnrennen „allein als Kontaktbörse erhalten werden müssen“ – und direkt an die Gäste gewandt: „Ihr wundert Euch, wie viele der Paare, die nun goldene Hochzeit feiern, sich dort kennen gelernt haben.“ Ob es auch zwischen Hans Tell und Ehefrau Marlies am staubigen Bahnrand funkte, behielt der Jubilar am Dienstag jedoch für sich. Auszuschließen ist es nicht.

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