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Tischler treffen sich exakt 30 Jahre nach ihrer Meisterprüfung wieder

Blick ins Schatzkästchen der Erinnerungen

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Brinkum - Von Angelika KratzEs waren einmal 20 junge Männer, die am 5. Februar 1982 ihre Urkunden bekamen, die sie zu Tischlermeistern machten. An diesem Wochenende, und zwar am Sonnabend, 5. Februar 2012, begab es sich, dass sich die Gruppe nach genau 30 Jahren wiedertraf und auf die alten Zeiten zurückschaute.

Gute Stimmung und schöne Erinnerungen: Ingo Gröne (sitzend, v.l.), Ulrich Söder, Reinhard Hansemann, Hans-Hermann Hüneberg sowie Heinz Schröder (stehend, v.l.), Günther Auksutat, Helmut Wolters und Wilfried Schriefer. ·

© Foto: Ehlers

Gute Stimmung und schöne Erinnerungen: Ingo Gröne (sitzend, v.l.), Ulrich Söder, Reinhard Hansemann, Hans-Hermann Hüneberg sowie Heinz Schröder (stehend, v.l.), Günther Auksutat, Helmut Wolters und Wilfried Schriefer. ·

Zwischen 23 und 45 Jahre alt waren die Männer, als sie sich das letzte Mal gesehen hatten. Die Lenze haben sich zwar geändert, doch die Chemie stimmte auch gestern noch zwischen den einstigen Meisterschülern. Reinhard Hansemann, Tischlermeister aus Syke, hatte das Telefonbuch in die Hand genommen und seine ehemaligen Mitstreiter an einen großen Tisch im Hotel „Bremer Tor“ zusammengetrommelt. „Sie sind alle gekommen“, freute sich Hansemann mit Blick auf Günther Auksutat, Tischlermeister in Stuhr, sowie Ingo Gröne (Bremen), Hans-Hermann Hüneberg (Bremen), Wilfried Schriefer (Ritterhude), Heinz Schröder (Ganderkesee), Ulrich Söder (Stuhr) und Helmut Wolters (Bremen). Zwei Jahre ging es damals an mehreren Tagen wöchentlich zur Abendschule nach Bremen. Um sich nach dem Gesellenbrief selbstständig zu machen, sei es damals Pflicht gewesen, den Meisterbrief zu erlangen.

Ingo Gröne aus Bremen und Reinhard Hansemann aus Syke gehörten seinerzeit zu den Jüngsten in der Klasse. Sie haben ihre Entscheidung, nach kurzer Gesellenzeit wieder die Schulbank zu drücken, nie bereut. Heute brauche es nicht mehr unbedingt den großen Befähigungsnachweis, um im Tischlereihandwerk eine eigene Firma zu gründen. Das seien dann sogenannte Montagefirmen, rümpften die Meister am Sonntagvormittag etwas die Nase über den Wandel in ihrer Branche.

Doch auch das Amüsement hatte seinen Platz und so ließen die Männer ein Album mit ihren damaligen Meisterstücken kreisen. Türen, Schreibtische und Anbauwände hatten sie mit besonderen Schwierigkeitsgraden angefertigt. „Oft hat uns der Prüfungsausschuss runtergemacht“, erinnerten sich einige an schwere Zeiten. Viel Geld ging zudem für den Meisterbrief drauf. Wer sich vom Arbeitsamt unterstützen ließ, musste sich dessen Regeln für eine spätere Laufbahn fügen. 2 800 Mark kostete das jeden Gesellen. „Heute ist das zehnmal soviel“, sagen die Handwerker.

Jahrgangsbester Helmut Wolters konnte einige antiquierte Prüfungsregeln für den Nachwuchs verändern. Was bleibe, sei, dass angehende Tischler unbedingt mathematische Fähigkeiten mitbringen müssen. Gröne und Hansemann sind oder waren als Lehrlingswarte in der Ausbildung tätig. Viele der jungen Leute seien bemüht, aber nicht ausbildungsfähig, so Hansemann. Wenn beim Eignungstest auf ein deutsches Nachbarland die Antwort „Mallorca“ oder „Kanada“ käme oder bei der Frage um Hobbys von einem jungen Mädel „Shoppen und Poppen“, werden die Meister stutzig und hinterfragen das jeweilige Elternhaus. „Vielleicht kann die Ganztagsschule ja wieder helfen, Defizite aufzuarbeiten“, blickte die Runde auf die heutige Jugend als Einzelkämpfer vor dem heimischen PC.

„Man kann das Rad nicht zurückdrehen, früher war nicht alles besser, aber junge Menschen müssten wieder ihren Beruf leben“, war sich die Runde einig.

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