Twistringen - Von Theo WilkeNoch warten Schule und Stadt auf die Genehmigung durch das Land. Sie hoffen in der kommenden Woche auf die Zusage von Schulamtsdirektorin Ursula Reimers. Am Dienstagabend im Ratsausschuss für Bildung, Erziehung und Soziales stellten Schulleiterin Susanne Peters und Sozialpädagogin Stephanie Hampf den abgesteckten Rahmen für die zukünftige Ganztagsschule am Markt vor.

© Foto: Wilke
Im Herbst soll das Ganztagsangebot an der Twistringer Grundschule am Markt gestartet werden. Hier werden mehr als 350 Kinder unterrichtet. ·
Der Weg sei noch „ein wenig holprig“, meinte Schulleiterin Peters im Fachausschuss unter dem Vorsitz von Elke Horstmann (CDU). Ende 2011 habe „unsere tolle Arbeitsgruppe“ das Konzept erstellt, im Januar die Landesschulbehörde die benötigten zusätzlichen Lehrerstunden nachgefragt. Es gehe hier um eine gemeinsame Ganztagsbetreuung für Grundschule und Tageseinrichtung. Für Sechs- bis Zehnjährige sehe die Landesvorgabe eine Angebotsvielfalt vor. Kinder würden selbst die Schwerpunkte setzen.
„Der Vormittagsunterricht wird immer mehr zugestopft,“ so Peters weiter. Früher hätten die Kinder morgens mehr Zeit für Sachthemen gehabt. Heute müsse alles schneller gehen und noch mehr Wissen vermittelt werden. Kinder könnten ihre Neigungen nun nachmittags vertiefen. Im Ganztagsbereich liege der Schwerpunkt nicht in der Betreuung, sondern auf freiwilligen Bildungsangeboten. Sie würden den Unterricht ergänzen. Susanne Peters deutlich: Ganztagsschule erlaube keinen Förderunterrricht, keine Nachhilfe, keine Sozialtherapie und sei kein billiges Betreuungsangebot, außerdem kein Ersatz für den Hort, der „familienergänzend“ angeboten werde. Melden Eltern ihre Kinder für die Ganztagsschule an, dann zwingend für mindestens ein halbes Jahr.
Ab 13 Uhr ist das gemeinsame Mittagessen in der Krankenhaus-Cafeteria vorgesehen. Ab 13.35 Uhr geht es in der Schule weiter mit übendem Lernen, Hausaufgaben erledigen und mehr.
Die letzte Stunde enthält freie Angebote, ein besonderes für die Erstklässler, ansonsten vier weitere mit Hilfe externer Kräfte. Peters: „Wir sind im Gespräch mit der Musikschule, mit Privaten, auch mit der Bücherei.“ Es soll ein naturwissenschaftliches Angebot dabei sein. Aber man wisse noch nicht, wie viele Kinder dafür zum neuen Schuljahr angemeldet würden. Ganztagsschule koste Eltern nichts, außer Mittagessen und persönliche Anschaffungen für ihre Kinder.
Zum Oktober soll bekanntlich die neue Kinderkrippe an der Steller Straße (ehemals Grundschule) ihren Betrieb aufnehmen. Da stellt sich für Rat und Verwaltung die Frage, ob die Gebühren zum neuen Kindergartenjahr angepasst werden sollten. Der Fachausschuss für Bildung, Erziehung und Soziales formulierte am Dienstagabend im Rathaus einen Arbeitsauftrag an die Verwaltung, konkretes Zahlenmaterial zu liefern und Vorschläge aus der Arbeitsgruppe der Kita-Träger und -Leitung einzubeziehen.
Sonja Rabbe aus dem Fachbereich Familie und Soziales erläuterte, im Zuge der Krippen-Eröffnung könnte die Gebührensatzung auf den Prüfstand kommen. Beispielsweise könnte die bisherige Staffelung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und Anzahl der Haushaltsmitglieder, verbunden mit der Betreuungszeit, gegen einen Stundensatz ausgetauscht werden. Frank Hammann (CDU) wertete das Papier als gute Grundlage. Heinfried Dießelberg und Jürgen Schulze von den Bündnisgrünen sahen es generell auch so, allerdings ein Problem darin, dass Eltern dann den Sozialtarif von sich aus beantragen müssten. Schulze wollte dies lieber noch mal in der Fraktion beraten. Rolf Meyer (CDU): „Das momentane Verfahren ist sehr kompliziert. Wir brauchen eine andere Regelung.“ Dießelberg könnte sich auch wohl einen Stundensatz vorstellen, aber es käme dann auf die Ausgestaltung an.
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