Bassum - BASSUM (al) · Die Eltern wurden bereits informiert, nun wollen die beiden Leiterinnen der Bassumer Grundschulen, Birgit Timmerberg und Ursula Buchwald-Wachendorf, auf breiter Front um Unterstützung für das „Volksbegehren für gute Schulen“ werben.

Birgit Timmerberg (l.) und Ursula Buchwald-Wachendorf, hier vor dem Bildungslicht, starten die Unterschriftenaktion in Bassum.
Sie wollen Parteien, Vereine und Verbände ansprechen, um so an möglichst viele Unterschriften zu kommen. Außerdem liegen bereits in zahlreichen Geschäften Listen aus.
Wie bereits berichtet, haben im November des vergangenen Jahres Eltern, Schüler und Lehrkräfte in Niedersachsen begonnen, Unterschriften für ein Volksbegehren zu sammeln, weil sie mit der Bildungspolitik unzufrieden sind. Dabei verfolgen sie konkrete Ziele: Abitur nach 13 Jahren, Senkung der gesetzlichen Mindestzügigkeit für Neugründungen von Gesamtschulen und – deshalb machen die beiden Leiterinnen so aktiv mit – Erhalt der Vollen Halbtagsschule.
„Bisher haben alle Schulen getrennt für sich gekämpft, um die eigene Situation zu verbessern und um auf Miseren hinzuweisen. Jetzt verbinden sich alle Schulen“, freut sich Timmerberg. So würden sich beispielsweise das Gymnasium in Twistringen und auch das Gymnasium in Syke an der Aktion beteiligen.
Die Unterschriften werden kontrolliert, unter anderem von der Stadtverwaltung Bassum: Jeder darf nur auf einer Liste unterschreiben, wer beispielsweise in Bassum unterschreibt, muss auch dort wohnen, und er muss wahlberechtigt sein.
Timmerberg und Buchwald-Wachendorf geht es vor allem darum, das qualitativ hohe Niveau ihrer Ganztagsschulen halten zu können, sie befürchten erhebliche Qualitätseinbußen. Immerhin geht um 80 Stunden, die ersatzlos gestrichen werden sollen – 48 werden es an der GS Mittelstraße sein, 32 an der GS Petermoor. Mindestens drei Lehrkräfte würden eingespart. „Das geht zu Lasten unseres pädagogischen Konzeptes“, so die Schulleiterinnen. Besonders bitter: 2008 waren beide Volle Halbtagsschulen. Die Ausweitung des Angebots zu einer Ganztagsschule machten sie von der Bedingung abhängig, das Stunden-Kontingent zu behalten. Diese Zusage wurde gemacht und soll plötzlich hinfällig sein. Dieses Wahlversprechen wollen die beiden einfordern, unter anderem bei Dr. Bernd Althusmann, Staatssekretär im Kultusministerium. Dieser hatte bereits im Dezember vergangenen Jahres seinen Besuch angekündigt, dann abgesagt. Nun habe er sich für den 4. März – für eineinhalb Stunden – angemeldet. „Nicht viel Zeit, um sich wirklich ein Bild zu machen“, bedauern die Schulleiterinnen.
Neben der Unterschriftensammlung beteiligen sich die beiden Schulen an der plakativen Aktion „Bildungslicht“, eine Kerze wird derzeit durch Niedersachsen gereicht, von Grundschule zu Grundschule, um so auf die Bildungsmisere aufmerksam zu machen.
Weitere Informationen gibt es im Internet:
WWW.
volksbegehren-schulen.de
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