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„Sein Tod wird eine große Lücke reißen“

Schulmeister, Heimatforscher, Buchautor und Stadtarchivar: Otto Bach (86) aus Heiligenloh ist tot

„Sein Tod wird eine große Lücke reißen“

313.08.10|Bassum/Twistringen|Bassum/Twistringen|
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Artikel: „Sein Tod wird eine große Lücke reißen“

Bassum - TWISTRINGEN · Bescheidenheit ist bekanntlich eine Zier, dies galt insbesondere für den gebürtigen Rheinländer Otto Bach. Der frühere Grundschulleiter, Stadtarchivpfleger und Heimatforscher ist am Dienstagabend im Alter von 86 Jahren unerwartet verstorben.

Im Alter von 86 Jahren verstorben: Otto Bach aus Heiligenloh.Archiv-

Im Alter von 86 Jahren verstorben: Otto Bach aus Heiligenloh.Archiv-

Neben seiner Familie, Verwandten und Freunden trauern viele Menschen um Bach, dessen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad weit über die Region und den Landkreis hinaus reicht. Gesundheitlich ging es ihm in den letzten Monaten nicht so gut, aber sein Verstand war hellwach.

„Sein Tod wird eine große Lücke reißen. Fachlich und menschlich war er immer ein Gewinn“, betonte gestern Twistringens Bürgermeister Karl Meyer. „Ich habe ihn als einzigartigen Menschen erlebt, und sein freundschaftlicher Umgang hat ihn ausgezeichnet“, so Meyer weiter, der Otto Bach noch am Sonntag während der Orgelweihe in Heiligenloh getroffen hat. „Er hat sogar noch eine kleine Chronik für den Orgel-Flyer erstellt.“

Bei seiner Verabschiedung als Stadtarchivpfleger nach 31 Jahren Ende 2009 war Bach vom Bürgermeister als „personifiziertes Gedächtnis der Stadt“ gelobt worden. Bis zuletzt hat sich der am 19. Februar 1924 in Engers (Kreis Neuwied) geborene Rheinländer in seiner Wahlheimat Heiligenloh mit der Historie beschäftigt, in den vergangenen Jahrzehnten über 50 Hof- und Familiengeschichten verfasst. Ihm sind ebenso zahlreiche heimatgeschichtliche Beiträge für Zeitungen, Zeitschriften, Jubiläums- und Festschriften sowie Heimatbücher zu verdanken.

Auch als Schriftsteller hat der Verstorbene der Nachwelt wertvolle Forschungsergebnisse hinterlassen. Seine Bücher reichen von der Twistringer Mühlengeschichte und Heiligenloher „Schule auf dem Dorfe“ über die Frühgeschichte des Twistringer Raumes und das Dorf Borwede bis hin zur Volkszählung von 1750 und zu Lebensverhältnissen im Kirchspiel Twistringen im 18. Jahrhundert.

Otto Bach absolvierte nach Volks- und Oberschule 1963 sein Abitur, war Kriegssoldat, geriet in Gefangenschaft, arbeitete für die britische Militärregierung, war unter anderem Dolmetscher und Kanzleikraft am Strafgefängnis im Lager Sandbostel. 1949 heiratete Bach die zwei Jahre jüngere Haus- und Landwirtschafterin Katharina Meyer aus Selsingen bei Bremervörde. Anfang der 50er- Jahre besuchte er die Pädagogische Hochschule in Celle, unterrichtete danach im Kreis Springe, in Duddenhausen (Kreis Grafschaft Hoya) und 1962 in Bücken. Im Jahr darauf wurde Otto Bach Schulmeister in Heiligenloh und blieb es bis zu seiner Pensionierung 1986. Bis 1974 war er auch Leiter einer Junglehrer-AG im Kreis Grafschaft Hoya.

Der Stadtarchivleiter (1978-2004) sowie Gründer und Leiter der Heiligenloher VHS (1964-80) wirkte auch im Landesvorstand der AG der niedersächsischen Kommunalarchivare (1992-95), war 15 Jahre lang Vorsitzender des Fachausschusses für Heimatforschung und Archivpflege im Kreisheimatbund und erhielt 1989 den Niedersächsischen Verdienstorden. Otto Bach engagierte sich sogar im Heiligenloher Ortsrat (1974-96) und im Rat der Stadt Twistringen (1981-86).

Auf die Frage, wie er zu seiner Archiv-Leidenschaft gekommen sei, hat Otto Bach mal geantwortet: „Die Notwendigkeit, mich mit alten Akten zu beschäftigen, entstand aus der Berufstätigkeit in Heiligenloh heraus. Der Schulmeister fand daran Spaß...“ Theo Wilke

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