606.07.10|Bassum/Twistringen|Bassum/Twistringen|10
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Twistringen - (tw) · Mehr als 7 000 Besucher hat das sechste Twistringer Reload-Festival am Wochenende schon auf dem Gelände der Alten Ziegelei erlebt – aber zu wenig und weit unter den Erwartungen der Organisatoren.

Billy Idol-Fans am Sonntagabend an der Alten Ziegelei, soweit das Auge reicht. Aber längst nicht genug.
Am Tag danach André Jürgens: „Billy Idol hat es auch nicht mehr rausgerissen.“ Finanziell sei man vom blauen Auge weit entfernt. Hinter einem „Reload'2011“ steht nun ein dickes Fragezeichen und damit die Zukunft des Festivals auf der Kippe.
An jedem Festival-Tag sollen es zwischen 2 500 und 3 000 Gäste gewesen sein, der Freitagabend war demnach nicht so schlecht, der Sonnabend hätte besser laufen können. Am Sonntagabend hat selbst Headliner Billy Idol nicht das Publikum gezogen, mit dem die Veranstalter fest gerechnet haben. So kurz nach dem Festival sei es zu früh, sich schon konkrete Gedanken zu machen und Konsequenzen daraus zu ziehen, so gestern André Jürgens während der Abbauphase an der Alten Ziegelei. Ob es ein weiteres Reload geben werde, sei nun fraglich. Zunächst heiße es nur „Nach dem Reload“. Mehr nicht. Es könnte auch das letzte Festival dieser Art gewesen sein.
Dabei, so der 32-jährige Mitorganisator, sei das Feedback von Künstlern, Agenturen und auch Publikum so positiv gewesen. „Wir haben viel Lob bekommen. Internationale Bands wie BossHoss, Billy Idol oder auch Sepultura waren super zufrieden, wie das hier gelaufen ist.“ Aber: „Das zahlenmäßige Ergebnis passt nicht, und das ist unser Problem“, gab Jürgens gestern zu. Doch, nach diesem Festival zu sagen, „wir geben das ganze aus der Hand, wo wir die besten Kontakte aufgebaut haben“. Nein, so schnell nun dochnicht.
Das Reload-Team war im Frühjahr noch überzeugt gewesen, nach der sechsten Auflage endlich schwarze Zahlen schreiben zu können. Inzwischen fragen sich die Macher, ob ihr vielseitiges Musik- und Band-Angebot doch zu breit angelegt gewesen ist, ob man sich vielleicht wieder auf „Weniger ist mehr“ konzentrieren sollte. Die Breminale, die Fußball-WM, die Sommerhitze oder auch die Unwetterwarnung am Sonnabend könnten das Reload nachhaltig beeinflusst haben. Auch darüber wird gegrübelt.
„Wir sind auch unglücklich darüber, dass uns einige Leute im Stich gelassen haben. Natürlich haben wir jetzt mit viel Gegenwind zu kämpfen“, hieß es. Die Reload-Befürworter seien heute weniger laut zu vernehmen.
Schließlich gibt es noch ein dickes Lob von André Jürgens sowie seinen Mitstreitern Markus Hammann und Stephan Siemers für das über 100-köpfige Helfer-Team, und ganz besonders für die Ehrenamtlichen, die schon eine Woche vor dem Festival unwahrscheinlichen Einsatz gezeigt haben.
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