Bassum - Von Berthold B. Kollschen„In Australien ist alles viel größer als in Europa, es wird in die Breite gebaut, weniger in die Höhe, Küchen sind auf dem fünften Kontinent beispielsweise so groß wie Klassenräume in Deutschland.“ Das waren die ersten Informationen über Australien, die Sabrina Baykal den Schülerinnen und Schülern der Klasse 9 der Oberschule Bassum in einem Vortrag zum Englischunterricht vermittelte.

© Foto: Kollschen
Sabrina Baykal (rechts) referierte in der Oberschulklasse ihrer Schwester Joanna-Denise (links) über ihre Wahlheimat Australien. ·
In der Klasse befindet sich auch ihre Schwester Joanna-Denise (15) aus Bassum, die den Kontakt hergestellt hat. Sabrina Baykal (30 Jahre alt), lebt seit 2009 in Australien. Sie hat seinerzeit eine sechsmonatige Privatreise mit der Organisation „Work & Travel“ unternommen und dabei ihren heutigen Verlobten Jayson kennengelernt, der von Beruf Polizist ist, und mit dem sie in Kununurra, einem Ort im westlichen Australien, zusammenlebt.
In Deutschland studierte Sabrina Baykal zuvor Freizeitwissenschaften an der Hochschule Bremen.
Auslandaufenthalte führten sie danach nach Hongkong und auch in die USA, wo sie in New York ein Jahr als Au-Pair verbracht hat.
Ihren überaus interessanten Erfahrungsbericht hat Sabrina mit vielen Fotos und Grafiken untermauert, sodass sich die Schüler ein umfassendes Bild vom Leben der Australier machen konnten.
Auch den Ureinwohnern, den Aborigines, widmete sie einen Teil ihres interessanten Referates. Sie besiedelten vor etwa 50 000 Jahren den Kontinent, bestanden aus vielen Stämmen und Clans mit unterschiedlichsten Gebräuchen und Sprachen.
Da die Behörden in Australien jahrelang eine Assimilations-Politik betrieben haben, passten sich die Aborigines im Laufe der Zeit den Gewohnheiten der Weißen an. Ihre Traditionen sind in den nördlichen Territorien, wo die meisten Nachfahren der Ureinwohner in Orten unter sich wohnen, noch am ehesten verbreitet.
Sabrina Baykal berichtete, dass sie für die Organisation „Safe the children Australia“ arbeitet und sich ausschließlich um Aborigines-Kinder kümmert, die traumatische Erlebnisse hatten, sexuell missbraucht wurden oder in sozial schlechten Verhältnissen leben.
Die junge Wahlaustralierin hat es durch ihr farbiges Referat geschafft, bei den Schülern der Oberschulklasse 9 am Schulzentrum Petermoor in Bassum großes Interesse für den Kontinent zu wecken. Sie musste viele Fragen beantworten und ging dabei auch auf die Währung, auf den australischen Dollar ein. „Es ist eine starke Währung“, so Sabrina, „man bekommt für 10,50 Euro 13 australische Dollars, um einen Vergleich zu haben.“ Allerdings seien die Lebenshaltungskosten sehr hoch. So müsse man beispielsweise für ein Kilo Bananen umgerechnet zehn Euro und für ein Kilo Hackfleisch sogar 15 Euro bezahlen.
Die Australier selbst bezeichnete Sabrina Baykal als „immer locker drauf“, sehr hilfsbereit und äußerst freundlich. Was ihr neben den hohen Lebenshaltungskosten nicht so gut gefällt ist die Tatsache, dass das Leitungswasser sehr nach Chlor schmeckt, sie deswegen ausschließlich auf gekauftes Wasser in Flaschen zurückgreift. „Aber damit kann man neben allen positiven Aspekten des Kontinents sicher gut leben“, schloss die 30-Jährige ihren Erfahrungsbericht. Sie wird übrigens nicht wieder nach Deutschland zurückkehren. Ihr sind die Australier, das Leben auf diesem Teil der Erde und ihr Verlobter sehr ans Herz gewachsen.
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