Twistringen - Von Theo WilkeIhren vorläufigen Höhepunkt erlebten gestern Abend die zum Teil heftigen Diskussionen und Proteste gegen die drohende Fällung der Lindenbäume auf dem katholischen Friedhof. Im Hotel „Zur Börse“ entschied sich der öffentliche Kirchenvorstand der St.-Anna-Gemeinde vor mehr als 150 Zuhörern nach gut zwei Stunden bei nur zwei Gegenstimmen für die Beseitigung von 16 alten Linden. Die Alternativen der Gegner hatten das Gremium nicht überzeugen können.

Noch zuversichtlich: Vor der Kirchenvorstandssitzung gestern Abend demonstrierten rund 40 Gegner der Linden-Fällaktion am Friedhof und marschierten zum Hotel „Zur Börse“. ·
Danach hält der Kirchenvorstand an seinem bereits vorgestellten Konzept zur Zukunftsplanung des katholischen Friedhofs fest, mit Anlegung eines Gemeinschaftsgräberfeldes, mit der Maßgabe, auf lange Sicht Platz für ausreichend Bestattungen zu schaffen. „Im Zweifel gegen die Alternative von einigen Linden als Denkmal“, so der Beschluss, und zugunsten der Wegesicherheit auf dem Friedhof entschied sich das Kirchengremium für das Fällen aller Bäume. Dazu soll nun das günstigste Angebot einer Fachfirma eingeholt werden. Außerdem: Die Nachpflanzung muss zeitnah erfolgen. Nach dem bekannten Konzept werden für jeden gefällten Baum mindestens zwei junge Bäume als Ersatz gepflanzt. Im übrigen hat der zuständige Friedhofsausschuss bereits vor längerer Zeit erste Nachpflanzungen vorgenommen.
Während der mehr als zweistündigen öffentlichen Sitzung in der „Börse“ prallten Gegner und Befürworter bisweilen doch heftig aufeinander, da wurde teilweise auch höchst emotional diskutiert.
Robert Halves erklärte am Ende für den Kirchenvorstand und den Friedhofsausschuss unter anderem, dass man bereit sei, Kritik und Prügel einzustecken, sei aber überzeugt vom Konzept (wir bericheten) und habe letztlich besten Wissens und Gewissens alle Alternativen abgewogen. Der Justiziar des Bistums aus Osnabrück, Nacke, erklärte, es gebe keine rechtlichen Bedenken gegen Sitzung und Beschluss.
Vertreter der Twistringer Agenda hatten zuvor mehrfach, wie auch andere Zuhörer, darum gebeten, der Kirchenvorstand möge doch seine Entscheidung vertagen und nicht unter Zeitdruck handeln. Es sei auch keine Gefahr in Verzug. Auch im Herbst könne noch gefällt werden. Gegner verließen enttäuscht und erbost den Saal.
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