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CDU und SPD stellen ihre Vision vor 200 Zuhörern im Gasthaus Haake vor

„Kein Kind muss wechseln“

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Bassum - Von Frauke Albrecht„Kein Kind muss in diesem Jahr die Schule wechseln.“ Diese Aussage von SPD und CDU sorgte am Mittwochabend bei Eltern für Erleichterung. Etwas mehr noch beruhigte die Ankündigung, dass es einen „Runden Tisch“ geben wird, an dem Vertreter der Schulen, Kindergärten, der Elternschaft, Jugendarbeit sowie Politik und Verwaltung zusammenkommen, um gemeinsam ein Gesamtkonzept zu erarbeiten.

Alle Zuhörer hatten die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

© ksy

Alle Zuhörer hatten die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Etwa 200 interessierte Bürger waren der Einladung von SPD und CDU gefolgt, um sich im Saal des Gasthauses Haake die Vision der beiden Parteien anzuhören. Zur Freude aller Beteiligten verlief die Diskussion sachlich und fair.

Um das Vorhaben zu veranschaulichen, hatte Michael Gillner (CDU) eine schmucke Powerpoint-Präsentation vorbereitet. Im Mittelpunkt steht die fiktive Familie Fröhlich, die nach Bassum gezogen ist, weil es in der Lindenstadt Angebote geben soll, die andere Kommunen nicht haben, beispielsweise ein Vorschulzentrum mit Krippe, Kindergarten und Hort unter einem Dach, in dem sich Kinder von null bis sechs Jahren langfristig wohlfühlen können und flexibel betreut werden. Eventuell könnte eine Familienberatung angeschlossen werden. Zweiter Schwerpunkt wäre eine moderne Stadtschule mit angegliederter Turnhalle und Sportmöglichkeiten in der Nähe – samt Sportplätzen und Skaterbahn. Ein Jugendhaus in zentraler Lage, in dem auch Vereine Platz finden und ein attraktiver Tierpark mit Cafe könnten das Angebot abrunden. „Wir möchten Bassum fit machen, Bürger in der Lindenstadt halten und Neubürger gewinnen, denn davon profitieren alle“, so Gillner.

Wiederholt betonten die Einladenden, dass es sich um eine Vision handelt, an deren Entstehung alle beteiligt werden sollen. Noch sei keine Entscheidung gefallen, man habe sich lediglich darauf verständigt, dass die Verwaltung Fakten sammeln soll.

Diese würden im Rahmen eines „Runden Tisches“ diskutiert und zu einem Konzept zusammengefasst – unter der Leitung eines externen Moderators.

Die brennende Frage der Zuhörer war die nach der Beteiligung: „Wer kann sich an dem ,Runden Tisch‘ beteiligen und wann?“ Bürgermeister Wilhelm Bäker meinte, dass es am besten wäre, alle beteiligten Organisationen und Einrichtungen anzuschreiben, die dann ihre Vertreter benennen. Carsten Fischer regte an, dass sich Interessierte an den Schulelternrat wenden sollen, um dort ihre Vorschläge einzubringen. Diese Idee wurde aufgegriffen. Kurzfristig soll eine Sitzung organisiert werden.

Heinz Mohrmann vom TVE Nordwohlde hofft, dass auch die Sportvereine am Tisch Platz nehmen dürfen. Christian Porsch, Fraktionsvorsitzender vom Bürgerblock mahnte: „Das Gremium darf nicht zu groß werden, es muss arbeitsfähig bleiben.“

Die Einrichtung des „Runden Tisches“ wurde grundsätzlich begrüßt, dennoch bleibt Skepsis. Denn während sich viele wünschen, erst einmal Ziele zu benennen, wie es der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dr. Rainer Hartmann, formulierte, haben CDU und SPD konkretere Vorstellungen. „Wir sind von unserer Vision begeistert und werden versuchen, sie umzusetzen“, sagte der SPD-Chef Dr. Christoph Lanzendörfer. Luzia Moldenhauer erklärte: „Wir halten ganz klar an den Umlandschulen fest.“

Diese Äußerungen gehen vielen Zuhörern einen Schritt zu weit. „Müssen wir erst bauen, um Inhalte zu schaffen?“, fragte beispielsweise Cord Petermann. Dörte Binder plädierte dafür, erst zu überlegen, was man benötigt, um Gebäude zu verplanen. Die Frage nach der Notwendigkeit von Krippenplätzen kam auf. Wie viele benötigt die Stadt, wie wurde der Bedarf abgefragt?, wollte beispielsweise Andrea Nowak vom Förderverein des Kindergartens Neubruchhausen wissen. Sie wünscht sich eine ganz andere Vision. „Viele wollen ihre Kinder nicht wegorganisieren, sie von Geburt an in einer Einrichtung betreuen lassen. Mir kommen die Bedürfnisse der Kinder zu kurz. Wir sollten uns fragen, was uns Bildung bedeutet.“ Viele Bewohner der Ortsteile regten an, auch in den Dörfern attraktive Schwerpunkte zu setzen. Andere vermissen in der Vision die Bereiche „lebenswertes Wohnen“, „Kultur und Freizeit“ sowie den Generationenaspekt.

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