Bassum/Twistringen - „In Bassum sind aktuell noch neun Ausbildungsplätze zu vergeben, für die bisher keine Bewerbungen eingegangen sind. Vor allem der Bereich der Fachverkäuferinnen sucht händeringend Nachwuchs“, weiß Bassums Wirtschaftsförderer Heinz Schierloh.

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Birgit Klingbeil (l.) und Heinz Schierloh rufen alle Jugendlichen auf, die BIB zu besuchen. Auch Praktikantin Darleen Penderak soll überzeugt werden und wirft einen Blick in den Flyer. ·
Seiner Meinung nach tun sich viele Jugendliche etwas schwer bei der Berufsfindung. „Viele informieren und bewerben sich oft zu spät, einige wollen auch aus reiner Bequemlichkeit länger zur Schule gehen, andere haben völlig falsche Vorstellungen von den Anforderungen, die Betriebe an ihre künftigen Lehrlinge haben“, hat Schierloh festgestellt. Aus diesem Grund appelliert er an Jugendliche und Eltern, in der kommenden Woche die Berufs-Informations-Börse (BIB) in Syke zu besuchen.
Vom 16. bis 18. Februar präsentieren Aussteller aus fast allen Berufsbereichen Informationen und Rahmenbedingungen zu über 75 Ausbildungsberufen, die in der Region angeboten werden.
Darüber hinaus sind auch zahlreiche Hochschulen und Universitäten mit Ständen vertreten.
Kein leichtes Unterfangen. „Leider zeigen auch immer mehr Eltern nur wenig Interesse an der Zukunft ihrer Sprösslinge. Der Arbeitskreis Schule und Wirtschaft hatte kürzlich zusammen mit der Agentur für Arbeit zu einem Infoabend für Eltern eingeladen. Von 60 eingeladenen Teilnehmern sind gerade mal vier gekommen. Das ist beschämend“, so Schierloh.
Auch Twistringens Erste Stadträtin Birgit Klingbeil kennt diese Problematik. In Twistringen mobilisiert die zuständige Wirtschaftsförderin Eltern und Schüler für die BIB. Die Resonanz könnte besser sein, so Klingbeil.
Aus Gesprächen mit Betrieben weiß sie, dass leider immer noch 80 Prozent aller Schulabgänger sich ausschließlich für kaufmännische Berufe interessieren. Da nur begrenzt Lehrstellen vorhanden sind, gehen viele leer aus. „Es gibt aber noch viele weitere spannende Berufe“, so Klingbeil. Um diese kennenzulernen, lohne ein Besuch der BIB. Die Messe sei zudem ideal für schüchterne Jugendliche. „Sie können sich in aller Ruhe umschauen und in ungezwungener Atmosphäre Fragen stellen.“
Da sich nicht nur Betriebe, sondern auch Hochschulen und Universitäten präsentieren, biete sich die BIB auch für Gymnasiasten an, ist Schierloh überzeugt und hat die BIB-Flyer gleich einer Praktikantin gezeigt. Die 16-jährige Darleen Penderak vom Syker Gymnasium schnuppert derzeit „Verwaltungsluft“. Trotz intensiver Werbung hatte sie bisher noch nicht von der Messe erfahren, überlegt aber, hinzugehen. Sie selbst möchte gerne Abitur machen, hat noch etwas Zeit mit der Berufswahl. „Was ich aber sehr schade finde ist, dass wir im Gymnasium erst ab Klasse zehn mit einem Praktikum beginnen. Ich würde mir das sehr viel früher wünschen.“ · al
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