Neubruchhausen - Mit einem gut besuchten Gottesdienst hat die Neubruchhauser Kirchengemeinde in der festlich geschmückten Dreifaltigkeitskirche das 400. Jubiläum der Altarweihe gefeiert. Superintendent Dr.

© Foto: Büntemeyer
Der Altar der Neubruchhauser Kirche wird in diesem Jahr 400 Jahre alt. Superintendent Dr. Jörn-Michael Schröder (Mitte), Pastor Herbert Köhler und Klaus Bergann. ·
Jörn-Michael Schröder hielt die Predigt, Pastor Herbert Köhler übernahm die Liturgie. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst durch den gemischten Chor Neubruchhausen unter der Leitung von Christiane Brandt, von Heike Stoschek an der Orgel und durch Gospels von Petra Klußmann.
Das schräg durch das Kirchenfenster einfallende Sonnenlicht schaffte eine besondere Atmosphäre und ließ das Altarbild sowie die dargestellten Figuren des Abendmahls sehr plastisch hervortreten. An den Kirchenwänden hingen gerahmte Texte, Zeichnungen und Reproduktionen alter Fotos, die der heimatgeschichtliche Arbeitskreis Neubruchhausen unter der Leitung von Klaus Bergann zusammengetragen hatte. Sie zeigten die 1612 errichtete alte Kapelle, die den 30-jährigen Krieg und beide Weltkriege überdauerte und erst 1970 dem Planungswahn von Straßenbauern zum Opfer fiel.
Diesen Baufrevel haben zahlreiche Neubruchhauser den Planern und Verantwortlichen bis heute nicht verziehen. Um so mehr freuten sie sich, dass sie nach dem Gottesdienst bei einem Rundgang durch die Ausstellung ihre Erinnerungen an das alte Gebäude auffrischen konnten. Dafür bedankten sich die Besucher bei Klaus Bergann und dem heimatgeschichtlichen Arbeitskreis. Gemeinsam mit Pastor Herbert Köhler hatte Bergann auch einen Flyer mit zahlreichen Fotos und interessanten Informationen herausgegeben.
Bürger haben Baufrevel
bis heute nicht verziehen
Ernst Hachmeister war einst als Lehrer, Kantor und Organist in der alten Kapelle tätig, und sein Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Richard Kroll.
Zwei andere Besucher verkörperten ebenfalls einen Teil der merkwürdigen Neubruchhauser Kirchengeschichte, denn der Bereich westlich der Hache gehörte einst zum Kirchspiel Bassum, während der östlich der Hache gelegene Teil des Dorfes zum Kirchspiel Sudwalde gehörte.
Sie waren in Bassum getauft, in Sudwalde konfirmiert und noch in der alten Kapelle getraut worden. Nun freuten sie sich darüber, dass wenigstens Altar, Votivtafel, Kanzel und Taufstein aus der alten Kapelle in der neuen Kirche wieder ihren Platz gefunden haben.
Der Baldachin über der Kanzel kehrte erst vor etwa 20 Jahren auf Umwegen wieder zurück in die Kirche: Ein Landwirt hatte ihn seinerzeit beim Abbruch der Kapelle mitgenommen, und in seinem Hühnerstall aufgebaut. · bt
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