Twistringen - Von Sabine Nölker - Mit dem Kulthit „Sierra Madre“ endete am Dienstagabend die erste Karnevalssitzung der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) nach mehr als viereinhalb Stunden. Debütantinnen und „alte Hasen“ feuerten eine Lachsalve nach der anderen ins Publikum und begeisterten mehr als 160 Frauen im Pfarrzentrum.

Ausgelassene Stimmung auf dem Twistringer Frauenkarneval. ·
Selbst aus Visbek, Dünsen, Beckstedt und Bramstedt waren die Fans angereist.
Traditionell begrüßte das Twistringer Urgestein Maria Striethorst die Närrinnen und kündigte an: „Hildegard wird nach vielen Jahren das letzte Mal das Programm vortragen“. Thiede hatte bis dahin souverän durch den Abend geführt und mit ihren Versen den passenden Einstieg für die Akteure auf der Bühne geliefert. Cheforganisatorin Ute Hammann dankte Thiede und belohnte sie mit dem Karnevalsorden.
Wie es zugeht, wenn Frauen Karneval feiern, erklärte Annette „Netti“ Burrock: „Mit viel Stimmung und Tamtam fangen wir den Abend an“. Und so ging es rund 280 Minuten lang weiter. Die Musiker Erwin und Walter sorgten mit Schunkelliedern für die passende Stimmung.
„Ich kann es immer kaum erwarten, bis es heißt: das Essen kann starten“, reimte Maria Pankratz auf ihr Verhalten am Büfett, bevor mit Franka Bergmann die erste Debütantin in die Bütt trat. Freimütig sprach sie über ihre Jobs als Haushälterin des Pastors und als Küsterin. „Pastor und Kaplan sind hinterher platt und Franka ist froh, wenn sie ihren Job noch hat!“, hatte Moderatorin Thiede angekündigt.
Vor der Pause berichtete Caritaspfarrer Rainer von Carnap von einem Erlebnis beim Papstbesuch in Berlin. Dabei spielten sowohl ein WC als auch Bundespräsident Christian Wulff eine tragende Rolle.
Ute Hammann und Marion Berger hatten hinter den Kulissen alle Hände voll zu tun. Zuständig für die Maske, mussten sie die Akteure für die zweite Runde vorbereiten. Dass sie ihr Handwerk beherrschten, zeigte der Auftritt von Burrock, die als Mann die Bühne betrat und von ihrem Verdruss mit einem Reißverschluss erzählte. Zuvor boten die Tänzerinnen vom SV Marhorst unter Leitung von Brigitte Knickmann einen Indianertanz.
Und dann kamen sie doch: Anton (Marina Lührsen) und Libeth (Maria Striethorst), die eigentlich anderes angekündigt hatten, beschäftigten sich mit den von der Säge bedrohten Linden auf dem Friedhof. Ihr Fazit: Der Pastor wurde nicht gut beraten. Und: „Ich weiß auch nicht, ob das die Hellsten sind im Kirchenvorstand. Denken, es sind ihre Bäume, aber das sind sie gar nicht“, fand Libeth. Anton besorgt: „Was, wenn der Pastor dich hört?“ Libeth: „Pastor kann dat gor nicht verstohn, de kann gor kien Platt!“
Bauchtänzerin Lydia Neumann bot mit ihrer „Hüftwippe“ einen Schnellkurs in Sachen Bauchtanz. Danach begeisterte Mechthild Hanschen als „Frau Jaschke“, mit großem Applaus begrüßt. Hanschen trieb sprachlich und mit unvergleichlicher Mimik dem Publikum die Lachtränen in die Augen.
Debütantin Beatrix Kramer klärte ein Missverständnis zwischen „Internet-Surfen“ und „im Inter nett surfen“ auf, bevor mit Kaplan Christoph Konjer der letzte Akteur die Bühne betrat. Auch ihn ließen die Friedhofsbäume keine Ruhe. „Um die alten Friedhofslinden, tut sich ein Streit hier noch drum winden!“ Jedoch: „Egal, was die auch letztlich tuen, erst möge das Thema, dann die Leute in Frieden ruhen!“
Die zweite Vorstellung am morgigen Freitag ist bereits ausverkauft.
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