Bassum - Von Frauke AlbrechtAn der neuen Oberschule in Bassum gibt es zwar ab dem 1. August ein gymnasiales Angebot, aber nur auf dem Papier. Denn die Nachfrage ist nicht da. Lediglich drei Elternpaare haben ihre Kinder angemeldet. Zu wenig, um einen Jahrgang zu bilden. Schulleiter Cornelius Erf macht nicht die Skepsis vor der Oberschule dafür verantwortlich. Er vermutet, dass die langwierige Diskussion um die Finanzierung die Eltern verunsichert hat.

Gestern Morgen überreichten Klaus Rajf und Volker Meyer Schulleiter Cornelius Erf die schriftliche Zusage des Landes zur Errichtung der Oberschule. ·
„Zur ersten Informationsveranstaltung am 22. März kamen zehn interessierte Eltern“, erinnert sich der Schulleiter. Damals lag der Erlassentwurf noch nicht vor. Nach den Osterferien gab es die zweite Infoveranstaltung. Da der Entwurf bis dahin eingegangen war, hatte die Schule das geplante Konzept mit der Einladung verschickt. Und siehe da: Es kamen 30 interessierte Eltern. „Dann begann die Diskussion innerhalb der Politik um die Finanzierung, eine Scheindiskussion meiner Meinung nach“, so Erf. Das hätte alle Mühe zunichte gemacht, erneut für Verunsicherung gesorgt. Erf betont, dass der Landkreis und die Schulbehörde hingegen im Eiltempo gearbeitet hätten. „Dass wir in diesem Jahr das gymnasiale Angebot nicht starten, ist selbst gemachtes Leid“, vermutet Erf. In Barnstorf sei das beispielsweise anders.
Doch der Schulleiter nennt noch weitere Gründe. In Twistringen mussten Eltern ihre Kinder bereits im Februar für das Gymnasium anmelden. Das haben dann auch Bassumer Eltern getan – für 18 Schüler. In Syke endete die Frist Mitte Juni, hier wurden 49 Schüler aus Bassum angemeldet. Anmeldeschluss für die Bassumer Oberschule war vom 20. bis 22. Juni. Zu dem Zeitpunkt lag immer noch keine Zusage vom Land in schriftlicher Form vor. Das monieren auch Bassums Ortsvorsteher Klaus Rajf und CDU-Kreistagsmitglied Volker Meyer, die erst gestern das ersehnte Papier überreichten.
„Wir hatten zwar eine mündliche Zusage, aber leider nichts schriftlich“, kritisiert Rajf. Die Verzögerung in Hannover erklärt er mit dem bürokratischen Aufwand, nicht nur der Kultusminister musste unterschreiben, sondern auch der Personalrat wurde gehört. Volker Meyer macht vor allem die schwierige politische Situation für das Anmeldeverhalten der Eltern verantwortlich, aber auch die räumliche Nähe zu den Gymnasien Twistringen und Syke.
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