Bassum - BASSUM (al) · „Das war für uns ein Schlag ins Kontor“, beschreibt der Präsident des Nordwestdeutschen Schützenbundes, Jonny Otten, den Antrag der SPD, den bereits gefassten Beschluss über den Grundstückstauschvertrag aufzuheben. Enttäuscht sind die Schützen vor allem darüber, das niemand das Gespräch mit ihnen gesucht hat, um sich über den Sachstand zu informieren. Sie hoffen, dass die SPD ihren Entschluss noch einmal überdenkt, denn wenn es nach dem NWDSB geht, kann der Vertrag in Kürze unterzeichnet werden.
Nach Aussage von Otten liegt der Vertrag derzeit bei Bürgermeister Wilhelm Bäker zur Überprüfung.
Der Präsident hatte gestern zusammen mit Vizepräsident Heinz Rösseler, dem Geschäftsführer Andreas Viebrock und Vorstandsmitglied Friedhelm Schäfer zu einer Pressekonferenz eingeladen, um zu dem Antrag, aber auch zu den weiteren Plänen Stellung zu nehmen.
Nach Angaben Schäfers komme das Schreiben der Sozialdemokraten zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt, denn es gefährde laufende Gespräche mit Banken über die Details der Finanzierung. Dabei betont Schäfer klar: „Es geht hier um Details, nicht um das gesamte Vorhaben. Allein die im vorigen Jahr beschlossene Anhebung der Mitgliedsbeiträge um 1,50 Euro für die kommenden 20 Jahre deckt den Finanzierungsbedarf für den Kauf der Immobilie samt Zins und Tilgung.“
Das Präsidium räumt allerdings auch Fehler ein – man habe nicht offen genug die zeitliche Verzögerung erläutert. Dadurch sei es immer wieder zu Gerüchten und Störfeuern gekommen.
Der Zeitrahmen lasse sich allerdings ganz einfach erklären: Der Schützenbund habe lange auf Zuschüsse vom Landessportbund und auf EU-Mittel gehofft. Daran sei gearbeitet worden, ebenso an dem Antrag, eine Landesbürgschaft zu erhalten, die am Ende nicht erteilt wurde. „Da mussten wir uns andere Schritte überlegen und die brauchen Zeit“, erläutert Schäfer. Es galt, das Eigenkapital zu erhöhen, entsprechende Beschlüsse wurden gefasst und sollen nun umgesetzt werden, wir berichteten bereits ausführlich.
Anfangs war geplant, den Komplex in einem Bauabschnitt umzubauen. Das sei nicht mehr leistbar. Rösseler: „Wir werden die Pläne in mehrere Abschnitte unterteilen, uns mehr Zeit nehmen. In einem ersten Schritt soll Halle I umgebaut werden, für erste Schießstände, Veranstaltungshalle, Verwaltungstrakt, Gastronomie und Sanitäranlagen. Zu einem späteren Zeitpunkt folgt Halle II. Die hintere Halle werde vorerst nicht benötigt, soll verpachtet oder vermietet werden.
Sobald der Grundstückstauschvertrag mit der Stadt unterschrieben ist, soll ein Bauantrag gestellt werden.
Der NWDSB hofft nun im Hinblick auf den besagten Antrag, dass der Rat schnell eine Entscheidung trifft und die über 50-jährige Partnerschaft mit dem Schützenbund aufrecht erhält.
Mit einer zügigen Vertragsabwicklung erhofft sich das Präsidium, dass Ruhe einkehrt und auch, dass sich eine gewisse Eigendynamik entwickeln wird und auch diejenigen überzeugt, die bisher noch etwas zögerlich sind.
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