Bassum - „Es geht bei Barrierefreiheit um mehr als nur um abgesenkte Bordsteine“, erklärte die Vorsitzende des Bassumer Behindertenbeirates, Mechthild Strake am Montagabend in der „Residenz am Park“. Dort begrüßte sie auch den Vorsitzenden der Wirtschafts- und Interessengemeinschaft Bassum (WIR), Hans-Joachim Günther, der dem Behindertenbeirat bei allen Anliegen die volle Unterstützung der WIR zusicherte.
In einem einleitenden Kurzreferat informierte Mechthild Strake über verschiedene Formen der Behinderung. Ein großes Problem der Menschen mit Behinderung sei, dass ihnen fast nichts zugetraut würde. Das Bewusstsein habe sich zwar schon gewandelt, es müsse sich aber noch weiter verändern.
Von allen Teilnehmern wurde das umgebaute Inkoop-Einkaufszentrum als gelungenes Beispiel für einen behindertengerechten Umbau gelobt. „Die Behinderten-Toiletten sind erreichbar und nicht durch Mobiliar zugestellt oder als Putzmittelraum missbraucht“, hieß es.
Probleme bereiten hingegen die Parkmöglichkeiten im Bereich des Bassumer Ärztehauses, die große Platte vor dem Rathaus und der Verkehr auf der Bremer Straße in Höhe des Kindergartens und des Hauses „Drei Linden“, wo auch unverhältnismäßig schnell gefahren wird. Rainer Dambroth erklärte, Verkehrsteilnehmer aus Richtung Harpstedt würden auf ihrem Weg Richtung Bremen ab Einmündung Harpstedter Straße per Navi durch die Stadt statt auf die Umgehungsstraße geführt. Er machte den Vorschlag, verkehrsführende oder bauliche Änderungswünsche dem Stadtrat und der Verwaltung zeitnah zu übermitteln, da die Innenstadtgestaltung gegenwärtig bearbeitet werde.
Probleme hätten Behinderte in manchen Gaststätten. Vielleicht könnte ein Qualitätszertifikat die Inhaber veranlassen, ihr Gasthaus barrierefrei umzubauen, hieß es. Andere Kommunen hätten bereits ein entsprechendes Siegel entwickelt, auch der SoVD habe einen Kriterienkatalog erarbeitet. Der Behindertenbeirat Bassum wird sich in seiner nächsten Sitzung nach der Sommerpause intensiv mit diesem Thema beschäftigen. · bt
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