Diepholz - Von Anke Seidel - Sie sind untrennbar miteinander verbunden, die FDP im Landkreis Diepholz und Hans-Werner Schwarz.

© Foto: Seidel
Hans-Werner Schwarz (65) bereitet sich auf seinen Landtags-Abschied vor. Der amtierende Landtags-Vizepräsident tritt bei den Wahlen am 20. Januar 2013 nicht wieder an.
Seit neun Jahren gestaltet der Pädagoge und Ehrenvorsitzende des Kreisverbands liberale Politik in der Landesregierung entscheidend mit, seit vier Jahren als Landtags-Vizepräsident. Doch im kommenden Jahr ist Schluss: Der 65-Jährige tritt bei den Landtagswahlen am 20. Januar nicht wieder an.
Für den Wahlkreis 41 (Bassum, Stuhr, Weyhe und Syke) ist die Sache klar: Marco Genthe, Rechtsanwalt aus Weyhe, kandidiert für den Landtag. Im Wahlkreis 42 (Twistringen, Schwaförden, Sulingen, Siedenburg, Barnstorf, Rehden, Lemförde und Diepholz) ist die Kandidatenfrage noch ungelöst.
Hans-Werner Schwarz war 2003 in den Landtag gewählt worden – nach 27 Jahren im Schuldienst. „Es ist ein Riesenglück, zehn Jahre noch einmal etwas anderes machen zu dürfen“, blickt der liberale Vollblut-Politiker auf seine Zeit im Landesparlament, die ihm ganz neue Erfahrungen und Begegnungen ermöglicht hat – beispielsweise mit Hillary Clinton, der amerikanischen Außenministerin, mit der er beim National Prayer Breakfast in Washington an einem Tisch saß, nur eine Armlänge von US-Präsident Barack Obama entfernt. „Eine tolle Erfahrung“, schwärmt Schwarz, und spricht von einem „Nebenprodukt“ der politischen Arbeit. Mittelpunkt seien die Bildungspolitik in Niedersachsen und die Unterstützung für den ländlichen Raum. „In der Bildungspolitik sind nicht alle Ziele, die ich mir vorgestellt habe, auch erreicht worden“, zieht der Pädagoge Bilanz, „es hat zu viele Reibungsverluste gegeben“. Anders bewertet er seinen Einsatz für den ländlichen Raum: „Da gibt es eine Reihe von positiven Dingen für den Landkreis Diep holz: 15 Millionen fließen allein für die Sanierung des Dümmers!“ Es sei sehr befriedigend, wenn es nach persönlichem Einsatz auch ein gutes Ergebnis gebe: „Die Arbeit hat sich gelohnt.“ In den FDP-geführten Ministerien für Wirtschaft und Umwelt habe er Türen öffnen können: „Da sind viele Kontakte zustande gekommen.“
Gleichwohl sei die Landtagsarbeit mit langen Fahrtzeiten im Flächenland Niedersachsen enorm kräftezehrend. Mit dann 66 Jahren möchte Schwarz nicht mehr „fremdbestimmt“ sein, sondern das Leben von einer anderen Seite kennenlernen: Mit dem Wohnmobil Deutschland entdecken und sein Patenkind in der Mongolei besuchen – das wünscht er sich für seinen neuen Lebensabschnitt.
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