229.07.10|Lokal
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift a / A
Von Mark-

Kreiszeitung Syke
Dass mit ihm etwas nicht stimmte, bemerkte der Feuilleton-
Das Internet gehörte für den Journalisten längst so selbstverständlich zum Leben wie die Schwerkraft und die Luft zum Atmen. Gleichzeitig spürte Rühle, dass die ständige Nutzung des Netzes – im Büro, zuhause, auf dem Blackberry – für „gehetzte Unruhe“ sorgt, seinen Alltag „zerschreddert“, Aufmerksamkeit zerfasern lässt, Konzentration pulverisiert. Und: dass er es ohne Netz gar nicht mehr aushält.
Rühle stieg aus, mit Zustimmung seiner Chefs, und ging für ein halbes Jahr offline. Darüber hat er ein hervorragendes Buch geschrieben.
Abgesehen davon, dass der 40-
Der Literaturwissenschaftler zweifelt keine Sekunde am Segen und Reichtum des Netzes, das gerade für seine Recherchen unentbehrlich ist. Er fürchtet nur die Auswüchse des Alles-
Nach einem Patchwork-
Er empfindet sein Leben bald als wohltemperierter, stiller, ruhiger getaktet, aber auch als „farbintensiver als zuvor“, sich selbst als ausgeglichener, weniger zerstreut.
Rühles Fazit ist zwiespältig. Es erinnert ein bisschen an die Hilflosigkeit eines arglosen Landbewohners, der auf einer Schifffahrt im Sturm hin-
Google ordnet die Welt, Mails vereinfachen Kommunikation. Es geht nicht ohne Internet. Aber das große Superhirn ist kein „alles überwölbendes gottähnliches Wesen“, dem man sich unterwerfen muss. Es braucht nicht nur Menschen, die es mit Inhalten füttern, sondern diese Menschen brauchen Pausen, um sich nicht aufsaugen und gefangen nehmen zu lassen vom Netz.
Alex Rühle: „Ohne Netz“; Klett-
Schreiben Sie zum Beitrag Ihre Meinung oder laden Sie Bilder und Videos zu ihrem Profil hoch. In unserer Community lernen sie sicher auch neue Freunde kennen.
Sie möchten einen Leserbrief an uns senden? Dann senden Sie bitte eine mail an:

Melden Sie uns Ihre Veranstaltung, die wir in unserem Kalender schnell, unkompliziert und kostenlos veröffentlichen!