026.02.10|LokalFacebook
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Bremen - Von Rainer Beßling(Eig. Ber.) · Wie es sich für Spuren gehört, braucht es eine gewisse Aufmerksamkeit, sie zu finden. Und die Fähigkeit, sie entziffern zu können, ist für Fährtenleser auch ganz hilfreich.

Transfer und Tritt: Igor Eskinja hat eigenen Atelierstaub zum Teppichmuster gelegt.
Die Galerie im Künstlerhaus Bremen nimmt sich gerade der Spurenleger und Spurensucher an, beackert ein weites Feld mit angenehm pointierten Beiträgen und lässt den Besucher fahnden. Gleich die erste Fährte der Ausstellung „Fische hinterlassen keine Spuren“ fordert den ganz genauen Blick – der Rezensent bekennt, er hat die Hinterlassenschaft von Mircea Cantor glatt übersehen. Das wäre ihm vielleicht nicht passiert, wenn er über die ländlichen Gebräuche in Rumänien besser informiert wäre. Dort weist ein Stab neben der Eingangstür auf die Abwesenheit des Bewohners hin, verrät Galerieleiterin und Kuratorin Stefanie Böttcher. Aufschlussreich auch folgende Anekdote: Den Stab am Galerieeingang hat ein interessierter Passant bereits als Kampfstock interpretiert und besser mal entfernt. Der kulturelle Kontext entscheidet eben über die Deutung von Spuren und Zeichen.
Was das Auftakt-
Einen ironischen Verweis auf das Spurenlegen, das Weiterverfolgen von künstlerischen Fährten und auf die Autorenschaft liefert Jonathan Monk mit zwei Fotografien. Die eine zeigt den Künstler – freundlicherweise in der Rückenansicht – beim Urinieren, das zweite das vermeintliche Ergebnis des Wasserlassens: den Vornamen Monks mit ausgewogenem Buchstabenschwung in Sand geschrieben. Der geneigte Kunstkundige mag hier Verweise auf Duchamp und Pollock erkennen. Die Markierung von Revieren im Kunstbetrieb und deren potenzielle Flüchtigkeit darin kommentiert zu sehen, ist vermutlich auch nicht ganz verkehrt.
Apropos Duftmarken: Lutz-
Das sich Staub als Spurengrund eignet und selbst als Zeitspur funktioniert, nutzt der kroatische Künstler Igor Eskinja. In seinem Beitrag für die Künstlerhaus-
Die schwedische Künstlerin Sofia Hultén erklärt den Inhalt ihrer Küchenschublade zur Spurensammlung und rückt sich durch die Übergabe des Sammelsuriums an eine Fachdetektei – ohne die Urheberrschaft zu verraten – selbst ins Visier von Fahndern. Das Profil der kriminologischen Experten bringt Erstaunliches zu Tage. Die Psychologen mutmaßen einen Mann im Hintergrund, immerhin einen mit künstlerischen Anlagen.
Der Slowene Jan Mancuska hat die Schilderung seiner Bewegungsabläufe in heimischer Umgebung auf ein Band gedruckt und lässt den Besucher den durch den Raum gespannten Text abwandern. Gewisse Spannung entsteht durch die unterschiedlichen Raumerfahrungen. In seiner Arbeit „800 Ways to Desribe a Chair“ lässt der Künstler die Konturen eines Stuhls zwischen unzähligen Einschusslöchern durchscheinen.
Den eindrücklichsten Beitrag der Ausstellung liefert die tschechische Künstlerin Barbora Klimova. Sie hat sich in ihrer Video-
(Künstlerhaus Bremen, Am Deich 68/69, bis 2. Mai)
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