
Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Glücklicherweise hat Fincher den Schauplatz von „Verblendung“ nicht, wie zu befürchten stand, in die USA verlegt. Auch der Craig-Blomkvist und die beeindruckend eiswürfelcoole Mara- Salander ackern sich durch schwedische Familiengeheimnisse, fahren Volvo und kämpfen sich auf der Suche nach der Wahrheit durch Stockholm und das Umland.
Markante Bilder stehen bei Fincher im Vordergrund. Auf allen Ebenen. Blomkvist recherchiert beispielsweise nicht mehr mit alten Folianten sondern anhand der Fotoalben der Familie Vanger. Insgesamt kälter, böser und düsterer wirkt Finchers Fassung, was sich schon im pechschwarzen Vorspann andeutet – vermutlich aber einfach an den vielen äußerst sparsam beleuchteten Szenen liegt. Dunkelheit, so viel ist nach diesem Film klar, hat nie mehr etwas Gemütliches und Einschläferndes. Denn in jedem Schwarz gerinnen Gestalten, die man lieber verdrängt belassen möchte.
Nicht nur der visuell atemberaubende Vorspann mit den Gitarren von Led Zeppelin und dem digital verfremdeten Sound Trent Reznors und Atticus Ross’ von Nine Inch Nails belegt, dass es sich bei dieser „Verblendung“ um eine opulentere, klar fürs Kino gefertigte Produktion handelt – während man Oplevs Film oft ansah, dass er ursprünglich als Fernseh-Dreiteiler konzipiert war. Dennoch haben beide Fassungen ihrer unterschiedlichen Akzentuierung wegen eine Daseinsberechtigung. Von „Stolz und Vorurteil“ gibt es schließlich auch jede Menge Adaptionen.
Ulrike Frick



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