207.12.09|Bremen|Bremen|
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Bremen - Von Viviane Strahmann· Ein Foto sagt oft mehr als tausend Worte – in diesem Fall mehr als komplizierte wissenschaftliche Texte. Die Siegerfotos des Wettbewerbs „Deutscher Preis für Wissenschaftsfotografie“ sind der beste Beweis, dass Forschung und Technologie nicht trocken sein müssen, sondern auch etwas fürs Auge bieten.

„Erlebtes fotografieren“ möchte der 53-jährige Thomas Pflaum aus Castrop-Rauxel (Mitte). Die Jurymitglieder Wolfgang Hess („Bild der Wissenschaft“, l.) und Detlef Brendel (r.) kürten sein Foto der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine zum Siegerbild.
Um wissenschaftliche Erkenntnisse der Öffentlichkeit zu vermitteln, braucht es Fotografen, die Entwicklungen und Vorgänge in besonderer Weise darstellen und nach außen tragen. Fünf Preisträger ermittelte die Jury aus den über 100 Bewerbungen. Die Sieger wurden im Haus der Wissenschaft (Sandstraße) für ihre Bilder mit einem Preisgeld im Gesamtwert von 23 000 Euro ausgezeichnet.
Zwiesprache zwischen Mensch und Maschine ist das Thema von Thomas Pflaum aus Castrop-Rauxel. Sein Siegerbild in der Kategorie „Einzelfoto“ zeigt, wie der Bielefelder Forscher Niklas Beuter mit dem aufwändig entwickelten Roboter „Barthoc“ kommuniziert. „Phänomenal komponiert“, befand Jurymitglied Wolfgang Hess von „Bild der Wissenschaft“. Die Zeitschrift hat den Preis gemeinsam mit dem Düsseldorfer Pressebüro Brendel 2006 ins Leben gerufen.
Eigentlich fotografiert Jan Meier am liebsten in Häfen oder tourt durch die Sahara. Für sein Siegerbild machte sich der Bremer Fotograf und Geograph aber auf zum Eiskanal nach Helsinki. Er zeigt, wie sich das Modell des geplanten Forschungseisbrechers „Aurora Borealis“ einen Weg durchs Packeis bahnt – allerdings aus einer ungewohnten Perspektive, nämlich von unten. Ebenfalls zu sehen: Forscher stehen unter der Glasschiene, beobachten und fotografieren den Modellversuch.
„Jan Meier ist hier intimer Bestandteil der Situation und fotografierte diese authentisch“, konstatierte die achtköpfige Jury um Prof. Dr. Gerold Wefer, Direktor des MARUM (Zentrum für Marine Umweltwissenschaften) und Vorstandsvorsitzender am Haus der Wissenschaft.
Auch im Ausland stößt der „Deutsche Preis für Wissenschaftsfotografie“ auf großes Interesse. Der Franzose Patrick Dumas konnte die Auszeichnung für die beste Fotoreportage entgegen nehmen. Fünf Jahre lang reiste er kreuz und quer durch Europa, um die Konstruktion des Weltraumteleskops „Herschel“ zu dokumentieren. Der 35-jährige Schweizer Martin Oeggerli fotografierte mittels Raster-Elektronen-Mikroskopie (REM) Einzelblüten eines Gänseblümchens. „Etwas, das jeder kennt, zeigt sich in dieser Aufnahme als hochkomplexer Prozess der Evolution“, erklärte der Baseler Molekularbiologe seine Arbeit. Den Sonderpreis „Zukunft gestalten“ erhält der Psychologe und Fotograf Paul Langrock aus Berlin für seine Dokumentation über erneuerbare Energien „Made in Germany“.
WWW.
hausderwissenschaft.de
wissenschaft.de/fotopreis

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