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Der „Wassermann“ aus Amsterdam

Straßennamen erzählen Geschichten (361): Jacobus Johannes Ronzelen baute Hafenanlagen und Leuchttürme

Der „Wassermann“ aus Amsterdam

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Bremen - BREMEN Er war der „Wassermann“ von Bremens Bürgermeister Johann Smidt. Der lotste Jacobus Johannes van Ronzelen aus Amsterdam an die Weser. Van Ronzelens Auftrag: die Anlage eines Hafens an der Geestemündung in Bremerhaven. Nach den Plänen des Holländers wurde später auch der Leuchtturm „Hohe Weg“ in der Außenweser gebaut.

Kreiszeitung Syke

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Jacobus Johannes van Ronzelen wird am 12. Juni 1800 in Amsterdam geboren. Das „Wasser“ wird ihm in die Wiege gelegt. Schon im Alter von 19 Jahren tritt er in den niederländischen Staatsdienst ein, sammelt Erfahrungen beim Bau von Kanälen und Marineanlagen und wird 1822 als Nachfolger seines Vaters Wasserbaudirektor in seiner Heimatstadt.

In Bremen sucht derweil Bürgermeister Johann Smidt nach einem geeigneten Mann für die Anlage eines neuen Hafens an der Geestemündung. 200 Morgen Land hat Bremen dort zuvor Hannover abgekauft. Smidt stößt auf van Ronzelen. Der legt 1827 ein entsprechendes Gutachten vor, tritt als Baurat und Hafenbaudirektor in die bremischen Dienste ein.

Am 1. Juli 1827 wird der Grundstein für den Neubau des Hafens gelegt. Van Ronzelen entwirft ein langgestrecktes Becken, das parallel zur Weser liegt – 750 Meter lang, 57,50 Meter breit und rund 8,50 Meter tief. Den Zugang zur Geeste gewährleistet der Wasserbauingenieur mit einer neuartigen Kammerschleuse (50 Meter lang, elf Meter breit), die die Spülung des Vorhafens ermöglicht. Mit dem Hafenbau sind bis zu 700 Arbeiter beschäftigt, für das Auspumpen der Baugrube werden täglich 60 Pferde angespannt. Es gibt Ärger, weil die Arbeitsbedingungen hart sind. Es fehlt an Trinkwasser, häufig erkranken Arbeiter. Zwangsweise wird eine Art Krankenversicherung eingeführt, heißt es in den Chroniken. Auch erhalten die Arbeiter weniger Lohn als versprochen. Trotz allen Unwägbarkeiten werden die Bauarbeiten am „Alten Hafen“ 1830 abgeschlossen. Am 12. September des Jahres läuft die „Draper“ aus Baltimore als erstes Schiff ein. Die Gesamtbaukosten werden auf 600 000 Taler beziffert.

Van Ronzelen bleibt im Einsatz – beim Bau des „Neuen Hafens“, bei Wasserbauprojekten in Bremen, Kiel und Cuxhaven. Zudem wird nach den Plänen des Holländers der Leuchtturm „Hohe Weg“ in der Wesermündung, auf einer großen Wattfläche vor der Küste Butjadingens, zwischen Jade und Weser gebaut.

120 Holzpfähle bilden das Fundament des etwa 1 500 Tonnen schweren achteckigen Mauerwerks turmes. Die Rammung der Pfähle beginnt im Juni 1855. Der Turm wird aus Hartbrandziegeln gebaut – Kellergeschoss plus neun Geschosse, Gesamthöhe: 36 Meter. Eine Anlegebrücke wird ebenfalls installiert. Im Dezember 1856 wird das Leuchtfeuer in Betrieb genommen. 1973 wird der Leuchtturm „Hohe Weg“ automatisiert, der Leuchtturmwärter abgezogen. Bis heute dient sein weittragendes Licht der Schifffahrt auf der Außenweser.

Zum 150. Geburtstag im Jahr 2006 wird „Hohe Weg“ in der Leuchtturm-Serie der Deutschen Post verewigt – als 55-Cent-Sondermarke.

Wasserbaudirektor Johannes van Ronzelen stirbt am 30. November 1865 in Bremerhaven. Er wird auf dem Leher Friedhof beigesetzt.

In Bremen ist die „Ronzelenstraße“ nach Smidts „Wassermann“ benannt. Sie zweigt von der Horner Heerstraße ab.

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