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Wärmelecks in der City

Jacobs Universität spürt mit Roboter schlechte Isolierung auf

Wärmelecks in der City

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Bremen - Wärmelecks an Gebäuden lassen sich mit einem neuen 3D-Modell der Bremer Jacobs Universität aufspüren. Für eine aktuelle Studie haben die Wissenschaftler um den Informatik-Professor Andreas Nüchter gerade die Bremer Innenstadt vermessen. Das Ergebnis: Die großen Fenster und die Fassaden von Dom, Rathaus und anderen historischen Gebäude geben viel Wärme ab, wie Nüchter gestern sagte. „Da müsste man besser isolieren.“

Mit einem kleinen Roboter war Nüchters Team das Areal rund um Rathaus und Marktplatz in den vergangenen Tagen abgefahren, und zwar nachts, denn da sind Wärmeverluste noch deutlicher zu erkennen. Mit einem Laserscanner erfasste „Irma3D“ die Gebäudefassaden und Straßenzüge. Gleichzeitig maß er die Verteilung von Wärme. Am Computer errechneten die Experten dann ein thermographisches 3D-Modell.

Im nächsten Schritt soll auch ein Flugroboter dazukommen, der mit Aufnahmen aus der Luft schlecht isolierte Dächer enttarnt. Wann das Verfahren marktreif ist, ist nach Angaben von Nüchter jedoch noch nicht absehbar.

Die Forscher setzten das „Thermal-Mapper“-Verfahren zur thermografischen 3D-Modellierung von Innenräumen erstmals zur Analyse in einem größeren Freilandareal ein. Thermische Verluste, die beim Betrieb von Heizungen und Klimaanlagen in unzureichend isolierten Gebäuden entstehen, seien heute immer noch die Ursache für enorme Energievergeudung, hieß es gestern an der Jacobs Universität. Einer EU-Studie zufolge, so Nüchter, besteht bei der Beheizung von Wohn- und Geschäftshäusern durch geeignete bauliche Maßnahmen ein Energiesparpotenzial von über 30 Prozent. „Mit den erhobenen Daten lassen sich virtuelle Rundgänge und Visualisierungen erzeugen, die Aufschluss über das Vorhandensein von Wärmebrücken geben und gleichzeitig Daten über ihre Form und Größe enthalten. Dadurch sind alle relevanten Parameter des Modells bekannt, die für eine thermische Simulation und die automatische Berechnung von Wärmedurchgangskoeffizienten nötig sind“, sagte der Professor.

Herausgekommen ist bei den nächtlichen Messungen ein knapp zweiminütiger virtueller Video-Rundgang über den Bremer Marktplatz und den Domshof. Zu sehen ist dieser unter http://youtu.be/TPoCebERysc. Blaue Farben entsprechen Temperaturen ab minus fünf Grad, rot wird die Farbskala ab plus zehn Grad. „Es überrascht nicht, dass die ‚Hotspots‘, die in einer kalten Winternacht am meisten Wärme an die Umwelt abgeben, vor allem die großen Fenster der Kirchen, vom Rathaus und den anderen historischen Gebäuden sind. Ansonsten bleibt die Innenstadt erstaunlich cool“, kommentierte Nüchter das Ergebnis. · gn/lni

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