426.10.11|Bremen|Bremen|
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Bremen - Von Ilka LangkowskiIn einem Edelstahltrichter wartet rotes Frischfleisch direkt vom Schlachthof auf die Verarbeitung, einige Meter weiter transportiert ein Förderband gefrorene Rinderlungen in die Schneidemaschine. Alles ist sauber. Beim Tierfutter Hersteller „Saturn Petfood“ herrschen strikte Hygienevorschriften.

© Foto: Saturn Petfood
Blick in die Produktion. ·
„Die Rinderlunge ist eine Zutat für Nassfutter. Sie wird von Knorpeln befreit und in kleine Würfel geschnitten – für Katzen bis zu 1,9 Zentimeter, für Hunde etwas größer“, erklärt Heinz-Josef Elmerhaus. Er war der erste Geschäftsführer bei „Saturn Petfood“. Nun verabschiedet er sich in den Ruhestand und blickt auf eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung zurück. Die Leitung liegt fortan in den Händen von Manfred Petersen, Hubert Schiermeier und Thomas Wandel.
Die besondere Herausforderung bei einem guten Tierfutter sei es, alles für eine dauerhafte, gesunde Ernährung in einem Produkt zu vereinen, sagt Elmerhaus. Eine ähnliche Aufgabenstellung habe man sonst eigentlich nur bei Babynahrung. Besonders Katzen hätten einen ausgesprochen empfindlichen Verdauungsapparat und seien eine sehr wählerische Klientel. Die Rohware liefern zu über 70 Prozent Schlachtereien aus Norddeutschland. Tiefkühlfleisch hingegen käme auch aus anderen EU-Ländern sowie Nord- und Südamerika. Trockenfutter wird vom Partnerunternehmen aus Bayern, Katzenmilch aus der Hocheifel geliefert. Alle Produkte würden von Testtieren in ihrem eigenen Haushalt auf Präferenz und Akzeptanz probiert. Doch auch die Zweibeiner müssten mit dem Produkt bezüglich Geruch und Optik zufrieden sein, um das Futter verkaufen zu können.
Immer mehr im Trend liegen Portionsbeutel, die durch eine Vielzahl an Geschmacksrichtungen für Abwechslung auf dem Futterplan sorgen. Da mehr Vielfalt auch mehr Regalfläche beim Händler benötigt, hat „Saturn Petfood“ auf ein eigenes Hochregallager zur Bevorratung gesetzt. Mit Hilfe des eigenen Logistik- und Packzentrums können Bestellungen binnen eines Tages an die Kunden ausgeliefert werden.
Gegründet wurde „Saturn Petfood“ ursprünglich in den Niederlanden, als der Mutterkonzern, die Heristo AG, 1987 in die Tierfutterproduktion einsteigen wollte. Die Nassprodukte sorgten einst immer wieder für Schwierigkeiten, so Elmerhaus, da sie über Landesgrenzen hinweg transportiert werden mussten. Deswegen suchte man nach einer Produktionsstätte in Deutschland. Damals wurde mit dem Standort GVZ der baldige Anschluss an die A 281 versprochen. Der „theoretische Ansatz“ sei „klasse“ gewesen, so der ehemalige Geschäftsführer: Hafen, Flughafen und Autobahnanschluss für die Warenbeschaffung und Distribution direkt vor der Tür.
Das Unternehmen, das 1987 mit einem Jahresumsatz von zwölf Millionen Euro startete, erwirtschaftete 2010 rund 450 Millionen Euro – bei über 1 250 Artikeln und 500 000 Tonnen Absatz. „Saturn Petfood“ beschäftigt 450 Mitarbeiter in Bremen und 220 im niederländischen Hattem. 2008 wurde die Firma Bremens „Klimaschutzbetrieb 2008“ und investiert weiter in die Verringerung von CO2-Emissionen sowie die Reduktion des Energie- und Verpackungsbedarfs.

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