Bremen. Unberührte Klassiker stehen hoch im Kurs bei Liebhabern und Sammlern klassischer Automobile. Je älter so ein originales, nicht restauriertes Fahrzeug ist, umso seltener und begehrter ist es. Jetzt sind gleich zehn solch einmaliger Automobile zu sehen bei der zehnten Bremen Classic Motorshow vom 3. bis 5. Februar in der Messe Bremen.

© dpa
Ein Rolls Royce Phantom III von 1936. Der schwarze Rolls ist unrestauriert, also original belassen und gehört zu den zehn Fahrzeugen aus Collection Schlumpf, die auf der diesjährigen Oldtimer-Ausstellung "Bremen Classic Motor Show" vom 03.-05.01.2012 in der ÖVB-Arena und den Messehallen Bremen zu sehen sein werden.
Die Exponate stammen aus der nicht öffentlichen Réserve einer der größten Automobilsammlungen der Welt, der Collection Schlumpf aus dem Musée National d’Automobile in Mulhouse. Dort waren sie Jahrzehnte gut eingepackt und fest verschlossen. Noch nie wurden diese Autos der Öffentlichkeit präsentiert. Die Veranstalter der Bremen Classic Motorshow sind weltweit die Ersten, denen diese Ehre zuteil wird. Die Besucher dürfen sich nun wie Entdecker fühlen: Neben den unberührten Automobilen aus der Schlumpf-Kollektion sind absolut originale Motorräder aus den ersten sieben Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts zu sehen. Ihr unangetasteter Charme prädestinierte sie für diese Ausstellung.
Im vergangenen Jahr besuchten rund 40.500 Besucher die etwa 550 Aussteller der Oldtimermesse in Bremen. Geschichte lebt in diesen Oldtimern, die in Mulhouse im Elsass liebevoll gepflegt werden. Jedes Exponat wird auf der Bremen Classic Motorshow so ausgestellt wie es ist, gut erhalten, wie es in den 20er und 30er Jahren war. Für die Sonderschau in Bremen werden auch die Spuren der Zeit nicht beseitigt, sondern stolz zur Schau getragen. Der Voisin C7 beispielweise wurde 1928 gebaut und zwar mit viel Wissen der damaligen Zeit aus dem Flugzeugbau.
Der Hotchkiss AM2 von 1927 gehörte einem Bankier aus Mühlhausen, Generationen der Familie lernten auf diesem Fahrzeug das Autofahren, bis es endlich direkt in den Besitz des Museums gelangte. Der Austro Daimler ADR 6 kutschierte jahrelang den Bürgermeister von Wien zu wichtigen Terminen – gut erhalten ist auch er im Urzustand auf der Bremen Classic Motorshow zu sehen. Seltenheitswert hat der Ravel 9HP von 1925 – möglicherweise der letzte seiner Art, gebaut übrigens vom Bruder des klassischen Komponisten Maurice Ravel.
Heimatluft schnuppert die 1927 in Hagen bei Bremen konfektionierte Hulla mit DKW-Motor. Im Zweiten Weltkrieg versteckt und danach lange vergessen wurde die DKW NZ 250 von 1939, die lediglich eine „Notbereifung“ aus Stroh und Pappe über den Felgen trägt, damit man sie schieben kann.
Ein echter Renner ist die Verkaufsfläche mit den „Jungen Klassikern“. Der Begriff hat sich binnen kürzester Zeit etabliert: Originalität, unrestaurierter Zustand, belegbare Historie, wenige Vorbesitzer, geringe Kilometerleistung. Und käuflich müssen sie sein – das sind die Kriterien, die ein Fahrzeug erfüllen muss, um bei der Bremen Classic Motorshow auf der Sonderfläche in der Halle 6 ein Verkaufsplätzchen zu ergattern. Die „Jungen Klassiker“ wurden im Jahr 2011 erstmals angeboten. „Das schlug ein wie eine Bombe“, sagt Projektleiter Frank Ruge, „Binnen kürzester Zeit waren die Autos verkauft. Deshalb haben wir in diesem Jahr die Verkaufsfläche vergrößert.“
Die Bremen Classic Motorshow bedeutet für die Oldtimerfans den Start in die Saison. 2012 findet die Messe mit rund 550 Ausstellern zum zehnten Mal statt. Im Jahr 2011 besuchten rund 40.500 Menschen die sieben Hallen der Messe Bremen.
Die Bremen Classic Motorshow öffnet von 9 bis 18 Uhr vom 3. bis 5. Februar 2012, die Tageskarte kostet 14 Euro. Eine Zwei-Tageskarte gibt es für 20 Euro. Schüler, Studenten, Arbeitslose und behinderte Personen zahlen 12 Euro (bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises). Kinder unter 14 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen haben freien Eintritt.
Mehr Informationen gibt es unter www.classicmotorshow.de
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