Bremen - Von Ilka Langkowski - „Als wir in der Mensa mal wieder Papp-Reis mit Soße aßen, dachten wir, dass die Menschheit Besseres verdient hat.“ Heute sind Sohrab Mohammad und Torben Buttjer Geschäftsführer der „Reishunger GmbH“ im Großmarkt in der Bremer Überseestadt.

© Mediengruppe Kreiszeitung / Foto: Langkowski
Für Thorben Buttjer (l.) und Sohrab Mohammad muss Reis aromatisch schmecken.
In der Großmarkthalle vor Tor drei duftet es nach Reis. Hier werden unter anderem Basmati aus dem Himalaya, Bio-Risotto aus dem italienischen Piemont, seltener, roter Vollkornreis aus der französischen Camargue und Yasmin-Duftreis aus Thailand abgefüllt und online sowie an ausgesuchte Lebensmittelgeschäfte verkauft.
Durch den Online-Shop sei „Reishunger“ nicht gezwungen, sich auf zwei oder drei Sorten zu beschränken, sagen Buttjer und Mohammad. Im Einzelhandel hingegen sei selten Platz für mehrere Produkte, vor allem, wenn sie sich seltener verkauften. Dennoch stünden in bald 50 Geschäften bundesweit die „Reishunger“-Sorten im Regal.
Um die passenden Sorten auszuwählen, besuchen sie Messen und probieren Muster, ein Mitgesellschafter bringt zusätzlich Kontakte nach Asien mit. Die Bio-Reisbauern und -mühlen sitzen in Europa. Mittlerweile beschäftigt „Reishunger“ acht Mitarbeiter, vier im Lager und vier im Büro.
Das Angebot umfasst auch die passenden Kochgeräte für verschiedene Reissorten und Zubereitungsarten. Bambusdämpfer garen schonend nach asiatischer Art, der automatische Reiskocher funktioniert so selbstständig, wie eine Brotbackmaschine, und der persische Reiskocher sorgt mit einem Hitzeschub am Schluss für knusprige Körner. Mohammad und Buttjer sind selbst zu Experten und Reisliebhabern geworden. „Man lernt ständig dazu“, sagen sie. „Ein so aromatischer Edelreis wie der schwarze Risotto beispielsweise, kann mit etwas Parmesan direkt zu einem Hauptgericht werden.“ In Mohammads iranischer Familie stand Reis schon immer auf dem Speiseplan. Buttjer wurde während eines Neuseeland-Aufenthalts auf den Geschmack gebracht. In seiner Wohngemeinschaft prägten asiatische Gerichte die Küche.
Das Start-up-Unternehmen ist offizieller Pate des Projekts „Ernährungssicherung in Laos“ der Hilfsorganisation „Care“. Im Rahmen des Projekts lernen die Bauern, ihr Land nachhaltig zu bewirtschaften.
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