Bremen - Von Jörg Esser. Kein Motor, keine Bremsen – die „Unberührten“ fahren nicht mehr, sie müssen gerollt werden. Zehn automobile Legenden treffen gestern Morgen auf der Bürgerweide ein – gut verpackt und gehütet wie sonst nur „Erlkönige“.

Eine Legende rollt vom Tieflader: Eine Maybach-Limousine aus der „Collection Schlumpf“ des franzöischen Automobil-Nationalmuseums in Mühlhausen im Elsass trifft auf der Bürgerweide ein und wird gleich in die Messehallen geschoben.
Es sind die Exponate für die Sonderschau der „Bremen Classic Motorshow“ am Wochenende in den Messehallen. Sie kommen aus der „Collection Schlumpf“ in Mühlhausen. Projektleiter Frank Ruge atmet durch. Der erste der riesigen Laster ist entladen, die Maybach-Limousine DS 7, der Ravel 9/12 HP Berline und der Voisin C 7.
Der Voison C 7 Coach beispielsweise ist zugleich ein Plakatmotiv der Oldtimermesse. Das 1928 in der Autoschmiede des französischen Luftfahrtpioniers Gabriel Voisin gebaute Modell trägt den klangvollen Beinamen „Lumineuse“ (Lichtgestalt). „Der C 7 fügte sich als Fahrzeug nahtlos in die allgemeine Designwelle der ,neuen Sachlichkeit‘“, heißt es. Am Steuer saß unter anderem die weltberühmte Tänzerin Josephine Baker.
Die zehn „Unberührten“ sind der Anziehungspunkt im Zentrum der Oldtimerausstellung. Die „Bremen Classic Motorshow“ hat aber auch bei ihrer zehnten Ausgabe weit mehr zu bieten. Über 550 Aussteller aus zwölf Nationen sind auf 37 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche in der ÖVB-Arena (Stadthalle) und den Messehallen dabei. Im Vorjahr zog die Messe an drei Tagen 40 500 Besucher an. Die Kapazitätsgrenze scheint fast erreicht.
Das Publikum habe sich gewandelt, sagt Ruge. Zu den „üblichen Verdächtigen“ sei eine neue Schicht hinzukommen – „Leute, die investieren wollen“. Die Messe und mit ihr der Oldtimermarkt profitierten von der Flucht in Sachwerte. „Rendite mit Stil“, titeln die Fachmagazine.
Die Verkaufsfläche mit „jungen Klassikern“ hat sich 2011 als echter Renner entpuppt, sagt Ruge. „In diesem Jahr haben wir die Fläche verdoppelt.“ „Junge Klassiker“ müssen bestimmte Merkmale erfüllen. Unrestaurierter Zustand, wenige Vorbesitzer und geringe Kilometerleistung zählen dazu. Mit dabei sind in diesem Jahr ein Mercedes 500 E, der einst bei Porsche zusammengebaut wurde, sowie ein Opel Manta 1,9. „Der ist kreischorange, hat einen ,Gurkenhobel’ und Pepita-Sitze“, sagt Ruge.
Die „Bremen Classic Motorshow“ öffnet an allen drei Messetagen von 9 bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 14 Euro.
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