Bremen - Auf der Frühchenstation am Klinikum Mitte sollen bereits im Jahr 2005 Klebsiellen-Keime festgestellt worden sein. Eine Sprecherin der Klinik-Holding Gesundheit Nord (Geno) bestätigte gestern Abend einen entsprechenden Bericht von Radio Bremen. Sie betonte jedoch, dass es sich damals nicht um den gefährlichlichen, multiresistenten Darmkeim ESBL gehandelt habe.
Berichte über frühere Todesfälle von Säuglingen hätten nun für Aufregung im Gesundheitsamt gesorgt. Nach Angaben des Senders seien die Keime bei sechs Frühgeborenen nachgewiesen worden. In der Neonatologie des Klinikums waren im vergangenen Jahr drei Frühchen an dem gefährlichen ESBL-Darmkeim gestorben. Weitere Babys waren erkrankt. Die Klinik-Holding Gesundheit Nord (Geno) schließt nicht aus, dass der Tod von drei Babys 2005 im Zusammenhang mit den Keimen stehen könnte, sagte die Geno-Sprecherin am Abend.
Nach Informationen des Senders hat das Gesundheitsamt erst im November 2011 von den damaligen Todesfällen erfahren. In einer E-Mail, die dem Sender vorliege, zeige sich ein leitender Mitarbeiter tief schockiert über diese Information. Er habe erst kurz zuvor Klinik-Mitarbeiter zu früheren Ausbrüchen befragt. Von den Fällen aus dem Jahr 2005 sei aber nicht berichtet worden, hieß es weiter.
Die Frühchenstation war 2011 nach den Todesfällen geschlossen und komplett erneuert worden. Sie ist seit Januar wieder geöffnet. Die Herkunft des Keimes blieb ungeklärt. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss beschäftigt sich mit dem Skandal. · gn
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