426.09.09|BremenFacebook
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Bremen - Von Alice Bachmann. „Wir müssen uns bemühen, die anderen zu verstehen“, sagte Dr. Bärbel Kühn, Geschäftsführerin des Fremdsprachenzentrums Bremen (FZHB), gestern vor Pressevertretern. Damit hatte sie eher ungewollt die Tücken des Objekts auf den Punkt gebracht.

Studenten lernen gemeinsam im Fremdsprachenzentrum Bremen.
Das Objekt ist in diesem Fall der Bremer Sprachenrat, dessen Gründung heute mit einem feierlichen Akt im Rathaus vollzogen wird. Sprache sei ein Medium zum Verständnis anderer Menschen und auch Kulturen und werde leider meist nur zur schlichten Kommunikation genutzt, so Prof. Albert Raschs Erfahrung. Rasch hilft den Hansestädtern beim Aufbau eines Sprachenrats, denn er hat in seiner Heimat, dem Saarland, bereits erfolgreich einen solchen ins Leben gerufen.
Wie allerdings Kühn ihren Ansatz, durch Sprachenkenntnisse die innergesellschaftliche Verständigung zu fördern, konkret umgesestzt haben will, blieb etwas nebulös. Genau wie ihr Eingangsstatement, in dem nicht klar wurde, wer „wir“ sind und wer „die anderen“. Rasch konnte Beispiele aus dem Saarland beisteuern, zu deren Übertragbarkeit er sich aber nicht äußern wollte. Denn viele Saarländer stehen im engen Austausch zum benachbarten Frankreich, und entsprechend groß ist das Interesse dort, neben Englisch auch Französisch zu lernen. Daraus resultiert der saarländische Ansatz, den Menschen die Bedeutung einer zweiten Fremdsprache jenseits von Englisch klarzumachen. Und zwar auch die Wichtigkeit jenseits des Schulsprachunterrichts. Auch in der Arbeitswelt komme Sprachkenntnissen immer größere Bedeutung zu, so Rasch. Sprache sei ebenfalls die Grundlage für das Verständnis anderer Kulturen, was in der deutschen Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinne. Diese Aussagen bewahrheiteten sich gleich im Gespräch mit den Pressevertretern, die nach Antworten auf die Bremer Situation, in der nicht nur zwei große Sprachgruppen vorhanden sind, suchten. Wie kann der Sprachenrat das Verständnis untereinander fördern, wenn zum Beispiel auf einer Baustelle 20 verschiedene Sprachen gesprochen werden? Kühn reagierte mit dem Hinweis, dass der Sprachenrat auch das Verständnis dafür fördern will, wie wertvoll es sei, seine eigene Muttersprache zu können, wenn diese von der allgemeingesprochenen Sprache abweiche. Rasch erläuterte das Prinzip einer Lingua franka – einer gemeinsamen Sprache in einer Gemeinschaft. Man müsse sich einigen, denn ohne gemeinsame Sprache funktioniere eine Gesellschaft nicht gut. Zur Zeit sei noch das Englisch im größten Teil der Welt die Lingua franka, so der saarländische Sprachprofessor. Er plädierte für eine größere Bandbreite, so sei in Teilen Afrikas Französisch die Lingua franka.
Kühn sieht die Herausgabe eines Verzeichnisses der Bremer Sprachlerninstitute und den weiteren Ausbau der Bremer Selbstlernplattform „EPOS“ als nächste konkrete Aufgaben des Sprachenrats. An dem sind neben dem FZHB unter anderem die Bremer Einrichtungen Landesinstitut für Schule, das Instituto Cervantes, das Institut Français, das Goethe-
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