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See-Elefanten tauchen tiefer / Globale Erwärmung wirkt sich aus / Studie des Alfred-Wegener-Institutes

Globale Erwärmung wirkt sich aus / Studie des Alfred-Wegener-Institutes

See-Elefanten tauchen tiefer

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Bremen - BREMERHAVEN · Die globale Erderwärmung wirkt sich auf das Tauchverhalten und die Nahrungssuche der Südlichen See-Elefanten aus. Das haben Forscher des Bremerhavener Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) in einer gemeinsamen Studie mit Biologen und Ozeanographen der Universitäten von Pretoria und Kapstadt herausgefunden.

© Foto: Plötz/AWI Bremerhaven

Die See-Elefanten von Marion Island müssen auf der Nahrungssuche tiefer tauchen – Grund ist nach Angaben des Alfred-Wegener-Institutes die Klimaerwärmung.

Die Robben tauchen tiefer, wenn sie in wärmerem Wasser nach Beute jagen, sagen die Wissenschaftler und erklären dieses Verhalten mit dem Abwandern der Beutefische in größere Tiefen. „Die Südlichen See-Elefanten von Marion Island, einer Insel im südwestlichen Teil des Indischen Ozeans, sind im wahrsten Sinne des Wortes Extremtaucher“, sagt eine AWI-Sprecherin. Die Tiere verbringen mehr als 65 Prozent ihrer Lebenszeit in Tiefen von über 100 Metern und tauchen dabei noch deutlich tiefer als Artgenossen aus südlicheren Revieren, heißt es. Die maximale Tauchtiefe dieser Robben liege bei über 2 000 Metern. Die wärmeren Wassermassen im Zuge des Klimawandels zwingen die Tiere laut AWI tiefer zu tauchen, wenn sie Nahrung suchen. Beutetiere wie Kalmare und Fische weichen laut Dr. Horst Bornemann aufgrund steigender Wassertemperatur in größere Tiefen aus – die Robben folgen ihnen.

Bornemann und sein Kollege Dr. Joachim Plötz statteten gemeinsam mit anderen Robbenforschern im Verlauf mehrerer Jahre über 30 See-Elefanten mit Satellitensendern aus. Die Sender zeichnen die Tauchtiefe, die Wassertemperatur und den Salzgehalt auf. Die Ergebnisse zeigen, dass die See-Elefanten im wärmeren Wasser tiefer tauchen müssen, weshalb ihnen weniger Zeit für die Nahrungssuche bleibt. „Wir gehen deshalb davon aus, dass die Tiere in wärmeren Wassermassen auch weniger Beute machen“, erklärt Plötz.

Um Beweise für diese These zu sammeln, reisen die Bremerhavener Wissenschaftler im April wieder nach Marion Island. Diesmal wollen sie Tiere mit einem sogenannten Kieferschlag-Sensor ausstatten. Der Sensor vermerkt, wann immer die Robbe ihr Maul öffnet. „Bisher können wir am Tauchprofil nur ablesen, ob ein See-Elefant vermutlich gerade einen Fischschwarm verfolgt hat. Mit diesem neuen Messgerät erfahren wir, ob er auch tatsächlich gefressen hat“, sagt Plötz. Mit Hilfe dieser Fress-Daten wollen die AWI-Biologen Rückschlüsse auf die räumliche und zeitliche Verteilung besonders produktiver Zonen im Südpolarmeer ziehen.

Inwieweit sich die Tiere auf die Ozeanerwärmung einstellen können, bleibt abzuwarten. Die Wissenschaftler aus Deutschland und Südafrika sehen für die Tiere nur zwei Alternativen: Entweder weiten die Robben ihre Jagdreviere bis in die kälteren Wassermassen der Antarktis aus oder sie müssen künftig noch tiefer tauchen, obwohl sie bereits jetzt an ihr Limit gehen, sagen die Forscher. Das könnte die Überlebensrate der Robben langfristig verringern, vermuten sie. · gn

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