Bremen - Von Ralf SussekDer Fall Dominik Brunner vor zwei Jahren in München ist einer der spektakulärsten Fälle von Zivilcourage – mit dem Thema wird man aber auch in alltäglichen Situationen konfrontiert. Ein breites Bündnis veranstaltete gestern auf dem Marktplatz den ersten „Tag der Zivilcourage“.
„Tu was! Zeig Zivilcourage!“ lautet der Name der Initiative (wir berichteten). Ziel ist eine Kooperation unterschiedlicher Gesellschaftsgruppen, um die Perspektiven zum Thema Zivilcourage zu verbreiten und alltagsbezogene Aufklärung zu leisten. „Es ist nicht leicht, sich einzumischen, die Stimme zu erheben“, sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) bei der Eröffnung des „Tags der Zivilcourage“ – aber es ist manchmal notwendig, möchte man hinzufügen. Wie man es richtig macht, auch das soll an diesem Tag gezeigt werden.
„Bremer sind nicht ängstlich, das hat die Geschichte gezeigt“, verweist Bürgerschaftpräsident Christian Weber (SPD) auf die „hanseatische Tradition“ und die Anti-NPD-Demo im April. „Man darf den Anderen nicht das Feld überlassen.“
Die BSAG, die Polizei, der Verein „Bremen kommt“, der Flughafen, die Bremische Evangelische Kirche sind die Gründungsmitglieder der Initiative. Deren Sprecher Norbert Kuntze: „Es ist notwendig, Zivilcourage im Alltag der Menschen zu verankern, um physische und psychische Gewalt in bisherigem Umfang nicht mehr zuzulassen.“ Nicht zulassen wollen das auch der Weiße Ring, das Lidice-Haus, die Initiativen „Pro Meile“ und die „Nachtwanderer“ – sie alle sind an diesem Tag auf dem Marktplatz vertreten. Beim Weißen Ring gibt es Infos für das richtige Verhalten vor und nach der prekären Situation, die Jugendbildungsstätte Lidice-Haus zeigt ebenfalls Flagge. Die „Nachtwanderer“ werben für ihr neuestes Vorhaben. Bislang sind sie in kleinen Gruppen freitags und sonnabends zwischen 22 und 1 Uhr in Bremen-Nord, Huchting und Stuhr unterwegs und für Jugendliche da. Nun soll das ursprünglich aus Schweden kommende Projekt auch auf Osterholz ausgeweitet werden.
Ebenfalls auf dem Marktplatz vertreten ist der Verein Wilde Bühne. In seinem Theaterprojekt geht es auch um Gewaltprävention.
http://www.aktion-tu-was.de
http://www.zeig-courage.de
http://www.wilde-buehne-bremen.de
http://www.aussageverweigerung.
info
http://www.nachtwanderer.net
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