020.07.09|Bremen|Bremen|
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Bremen - BREMEN n Ein wahres Geschenk zum 50. Jubiläum der Internationalen Mathematik-Olympiade bescherte die deutsche Gruppe dem Organisationsteam: Die sechs Mitglieder holten sechs Medaillen, und im Ländervergleich der Team-Gesamtpunktzahl steht Deutschland auf dem neunten Platz. „Das ist weitaus mehr, als wir erwartet hatten“, sagte Organisationsleiter Dr.
Harald Wagner gestern im Gespräch mit unserer Zeitung im Musicaltheater. Dort nämlich wurde im festlichen Rahmen das Jubiläum mit wahren Mathe-Größen begangen.
Prof. Günter Ziegler, als Organisator des „Jahres der Mathematik 2008“ schelmisch „Mister Mathematik“ genannt, führt flott durch den Nachmittag. Sein Einstieg beweist Ortskundigkeit: Heute werde hier an diesem Ort niemand getötet, erklärt er den etwas überraschten Gästen aus über 100 Nationen. Schnell schiebt er nach, dass in diesem Theater bis vor kurzem das Musical „Marie Antoinette“ gegeben wurde, welches mit Toten endet. Ziegler teilt sich die Moderation mit Prof. Martin Grötschel, der auch witzige Einleitungen weiß. So scherzt er mit Prof. Timothy Gowers, ob der wisse, wo seine Fields-Medaille – dem Pendant zum Nobelpreis in anderen Disziplinen – sei. Schließlich referiert Gowers über eine seiner Theorien zur Auffindung von Dingen, respektive Zahlen.
Wo das Interesse des Publikums liegt, das zum größten Teil aus den jugendlichen Teilnehmern der Mathe-Olympiade besteht, wird schnell klar: Die jungen Leute feiern die Referenten im Bremer Musicaltheater, als wären sie Popstars. Besonders die jüngeren Mathematiker, wie etwa der erst 34 Jahre alte Fields-Medaillen-Träger Prof. Terence Tao, werden mit begeistertem Applaus empfangen und in der Pause umringt. Auch beim 38-jährigen Prof. Stanislav Smirnov bildet sich in der Pause wie bei seinen Kollegen eine lange Warteschlange. Die Mathe-Olympioniken wollen Autogramme und ein Erinnerungsfoto. Letztere machen sie auch untereinander. Denn nach den beiden Klausuren hatten die rund 500 mathematikbegeisterten Schüler beim Grillen und auf Exkursionen die Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen. So entsteht in den Café-Zonen und auf den Treppen des Musicaltheaters eine Art Festival-Atmosphäre: Manche liegen erschöpft in die roten Polster geschmiegt, andere unterhalten sich angeregt, und viele Gruppen sortieren sich immer wieder neu, um Fotos zu machen und Adressen auszutauschen. Die Mathe-Olympiade endet morgen nach der Medaillenübergabe.

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