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Kunst, Ateliers und Demenz

Böttcherstraße: Erste Werkschau der Initiative „Lebensfreude ist unvergesslich“

Kunst, Ateliers und Demenz

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Bremen - Von Thomas Kuzaj„Sonne im Winter des Lebens.“ So hat Heinz Matthies eines seiner Bilder genannt. Es ist seit gestern in der Crusoe-Halle in der Böttcherstraße zu sehen – im Rahmen der Ausstellung „Die Kunst zu leben“. Sie vereint Bilder, die in Kursen für Menschen mit und ohne Demenz entstanden sind.

„Sonne im Winter des Lebens“, eine Arbeit von Heinz Matthies – jetzt zu sehen in der Crusoe-Halle.

© ksy

„Sonne im Winter des Lebens“, eine Arbeit von Heinz Matthies – jetzt zu sehen in der Crusoe-Halle.

Es geht darum, „den Blick auf die Ressourcen zu legen, nicht immer nur auf die Defizite“, sagt Ute Duwensee. Die Kunstpädagogin leitet – gemeinsam mit der freischaffenden Künstlerin Ulrike Schulte – Kunstwerkstätten für Menschen mit Demenz und deren Angehörige. Einmal im Monat bieten die beiden in den Atelierräumen der Volkshochschule (VHS, Bamberger-Haus, Faulenstraße) „die Möglichkeit, sich gestalterisch auszudrücken“.

Zweiter Schwerpunkt der Reihe „Die Kunst zu leben“ sind – ebenfalls einmal pro Monat – Führungen zu ausgewählten Kunstwerken in den Kunstsammlungen Böttcherstraße. Die Museumspädagogin Christine Holzner-Rabe leitet diese Rundgänge mit den anschließenden Gesprächsrunden, bei denen die Teilnehmer Kunstwerke auch sinnlich erfahren sollen – beispielsweise durch den Einsatz von Requisiten. „Es sollen persönliche Erinnerungen geweckt werden, um über Kunst einen Bezug zum eigenen Leben herzustellen“, sagt Ute Duwensee.

Die Werkstätten in den VHS-Ateliers knüpfen an die Führungen an. Die Teilnehmer können Kunstwerke, die sie im Museum gesehen und besprochen haben, kopieren – oder sich von ihnen thematisch inspirieren lassen. Die Ausstellung in der Crusoe-Halle zeigt Beispiele dafür. So wurde etwa Paula Modersohn-Beckers Lee-Hoetger-Porträt aus dem Jahr 1906 nachgemalt, aber auch zum Anlass für verschiedene Kleider- und Modestudien genommen. Die Techniken sind ganz unterschiedlich. Aquarelle tauchen ebenso auf wie Gouachen und Pastellkreidezeichnungen.

„Die Kunst zu leben“ gibt es seit April 2010. Die Ausstellung in der Crusoe-Halle, die bis zum 29. Februar dauert, ist die erste Werkschau des Projekts – eine echte Premiere also. Die Teilnehmer empfinden die aktive Auseinandersetzung mit der Kunst als Gewinn, berichtet die Kunstpädagogin Duwensee – und zitiert eine Teilnehmerstimme: „Ohne die Erkrankung hätte ich das gar nicht kennengelernt.“

„Die Kunst zu leben“ ist Teil des Programms „Lebensfreude ist unvergesslich – Aktiv mit Demenz. Die Sparkassen-Stiftung „Sparer Dank“ und die Bremer Heimstiftung gründeten die Initiative im Jahr 2009. „Demenz ist ein Thema, das uns in der Zukunft häufiger beschäftigen wird“, sagt Michael Bittner. Er ist Geschäftsführer der Böttcherstraße und in gleicher Funktion für die Stiftung „Sparer Dank“ tätig. „Experten sagen für die kommenden 20 Jahre eine Verdopplung der Demenzerkrankungen voraus.“ In Bremen seien gegenwärtig etwa 7 000 Menschen betroffen. „Fast jeder kennt in seinem persönlichen Umfeld jemanden, der an Demenz erkrankt ist“, sagt Bittner.

Dr. Frank Laukötter, Direktor der Kunstsammlungen Böttcherstraße, freut sich unterdessen über die Beschäftigung mit den Sammlungen und Ausstellungen seines Hauses.

Den „Kunst-zu-Leben“- Teilnehmern rief er gestern bei der Eröffnungsfeier in der Crusoe-Halle zu: „Die Kunst lebt weiter – Sie tragen sie in die Gegenwart. Das finde ich großartig.“

http://www.boettcherstrasse.de

http://www.pmbm.de

http://www.bremer-heimstiftung.de

http://www.diks-bremen.de

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