1907.09.09|Bremen|Bremen|
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Bremen - Von Thomas Kuzaj. Musik, Luftballons, Gummibärchen – der autofreie Sonntag in der Innenstadt und Teilen der Neustadt verwandelte die Martinistraße gestern in eine Meile mit Buden und Zelten.

Zieleinlauf der Weser-Inline-Tour in der Martinistraße.
Straßenfest-Atmosphäre sollte aufkommen. Es gab aber auch Leerlauf. Zur Eröffnung am Vormittag war der Besuch mehr als überschaubar, später wurde es voller. Fußgänger auf den Radwegen, Radfahrer auf der Straße – alles war etwas anders als sonst, und so war es ja auch gewünscht.
Kinder reiten auf Eseln, Erwachsene radeln durchs Parkhaus Langenstraße oder auf historischen Hochrädern – das war gestern das Programm. Zu den, nun ja, Kuriositäten gehörten Elektroroller, die aus der Ferne wie Staubsauger mit Personenbeförderungsmöglichkeit aussehen. Auszuprobieren war alles mögliche. Hauptsache, es war kein Auto.
Kein Auto ist das „Gantermobil“, ein Pedalgefährt mit Platz für sieben Personen. Erfunden wurde es, wie der Name andeutet, im niedersächsischen Ganderkesee. Auf dem Fahrrad für sieben Personen sitzen die Pedalritter nicht hintereinander, sondern im Kreis. So kann man sich ja auch viel besser unterhalten – solange einer auf den Verkehr achtet.
Auf Autoverkehr aber musste gestern zwischen 10 und 20 Uhr ja praktisch nicht geachtet werden. Proteste von Autofahrern, die nichts vom autofreien Sonntag gehört hatten und nun überrascht waren, gab es nur sehr vereinzelt.
Etwa 700 Radfahrer machten sich in einem Korso sogar auf den Weg, Terrain zu erobern, das sonst allein den motorisierten Verkehrsteilnehmern vorbehalten ist – der Korso führte in der Neustadt über die Autobahn A 281. Per Rad kann das ganz schön anstrengend sein, musste mancher dabei feststellen.
Überhaupt keine Probleme hatte die Polizei mit dem autofreien Sonntag. „Da haben wir nichts mit zu tun gehabt“, hieß es am Abend. Alles sei ruhig gelaufen, auch Beschwerden seien nicht gekommen.

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