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Maskenspieler und Samba-Tänzer proben, nähen und basteln auf Hochtouren

Heiße Tänze in Eiseskälte

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Bremen - Von Elena Zelle - Kartons voller Stoffe, Federn und Pailletten stapeln sich, zwei Nähmaschinen rattern. Und an dem großen Tisch auf dem Dachboden der Kostümwerkstatt in Bremen bekommt das kunterbunte Schmetterlingskostüm gerade die Fühler angesteckt.

© Foto: dpa

Ayako Ueno führt in der Kostümwerkstatt in Bremen Restarbeiten an ihrem Kostüm zum großen Samba-Umzug durch. Unter dem Motto „Metamorphose“ zieht am Sonnabend der 27. Bremer Karneval bei Sambaklängen durch die City.

„Mit welchem Stift kann ich auf dieser Pappe malen?“ „Wo ist denn eine Schere?“ Die künstlerische Leiterin des 27. Bremer Samba-Karnevals, Janine Jaeggi, steht den Kostüm-Bastlern mit vielen Tipps zur Seite. Meist nähen und basteln acht Leute zur selben Zeit – freiwillige Helfer, Praktikanten und aktive Karnevalisten – in der Kostümwerkstatt. Gemeinsam wollen sie, wie berichtet, das Karnevals-Motto umsetzen: „Metamorphose“, Verwandlung, lautet es. Am Sonnabend, 11. Februar, macht sich der Zug auf durch die Innenstadt. Eine Woche vor den Karnevalsstädten wie Köln und Mainz. Die Bremer dürfen sich bei eiskalten Temperaturen auf heiße Tänze freuen. Die Vorbereitungen laufen seit Oktober, sagt Jaeggi. „Dass alle gemeinsam in der Kostümwerkstatt arbeiten, hat sich erst in den vergangenen Jahren entwickelt, früher haben wir alle zu Hause gebastelt“, erklärt die gebürtige Schweizerin. Vor 27 Jahren hat sie den Bremer Karneval mit ins Leben gerufen. Dass die Bremer „ihren“ Karneval mögen, weiß Tanzlehrerin Antoniêta Santos-Lühring: In der brasilianischen Samba-Tanzgruppe „Alegria“ tanzen normalerweise etwa 20 Leute zu den südamerikanischen Rhythmen, vor dem Karneval wird die Gruppe aber jedes Jahr größer. „Das Samba-Tanzen kann man lernen. Es ist nicht wichtig, dass jeder Schritt perfekt ist, sondern dass man den Rhythmus aufnimmt und sich beim Tanzen wohlfühlt“, sagt die gebürtige Brasilianerin. Als sie nach Deutschland kam, war Santos-Lühring über den Karneval im Februar sehr verwundert: „Ich habe meinen Mann gefragt: Wie Karneval? Draußen liegt Schnee!“ Aber damit hat sie sich inzwischen, nach 15 Jahren, angefreundet. „Ich bereite dann den Karneval vor, alles ist bunt, und wir tanzen, da merke ich gar nicht, dass Winter ist.“ Die Kostüme näht die Tanzgruppe selbst. Viel Glitzer, Federn und Farben kommen dabei zum Einsatz – und viel Bewegung. Auch das Maskentheater „Trottellumme“ ist beim Samba-Karneval dabei. Die Charaktere müssen ohne Mimik und Stimme funktionieren. „Die Körpersprache ist sehr wichtig. Beim Bremer Karneval ist immer sehr viel Improvisation dabei, weil wir auch spontan das Publikum einbeziehen oder mal in eine Seitenstraße abbiegen“, erklärt Gruppenleiterin Angela Kolter. Für die Masken braucht es aber mehr Vorbereitung: Erst wird eine Form aus Ton gegossen, die dann mit Papier in mehreren Lagen beklebt wird. Zum Schluss werden die Masken bemalt und von innen gepolstert – mindestens drei Tage Arbeit. In diesem Jahr werden die sechs „Trottellummen“ unter anderem einen Baum, einen Stein und eine Schlange darstellen. Passend zum Thema Metamorphose soll der Baum etwas Blühendes unter dem Mantel tragen, der Stein plötzlich glitzern und die Schlange sich häuten. Ingesamt werden zum Karneval etwa 30 000 Besucher und 1 500 Teilnehmer aus Deutschland, Dänemark und der Schweiz erwartet. Der Samba-Zug macht sich um 11.11 Uhr vom Marktplatz aus auf den Weg ins Viertel. n lni

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