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Bremerhaven schließt Flughafen

Luneort soll Offshore-Terminal weichen / Grantz: Windkraftindustrie hat Vorrang

Bremerhaven schließt Flughafen

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Bremen - BREMERHAVEN · Der Bremerhavener Flughafen Luneort wird für den Bau des Offshore-Terminals am Blexer Bogen geopfert. Das haben SPD und Grüne in der Seestadt vereinbart. Die Entscheidung basiert auf einem jetzt vorgelegten Gutachten.

Die rot-grüne Seestadt-Koalition will den Bremerhavener Flughafen Luneort schließen. · Archivfoto: dapd

Die rot-grüne Seestadt-Koalition will den Bremerhavener Flughafen Luneort schließen. · Archivfoto: dapd

Und das hat ergeben, dass Flugbetrieb und Windanlagen-Umschlag parallel nicht möglich seien. Die Flughafenflächen werden vielmehr für den Ausbau des Schwerlastterminals benötigt. „Der Ausbau der Windkraftindustrie hat Vorrang“, sagt Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD). „Wir erwarten davon bis zu 14 000 neue Arbeitsplätze und bis zu 4 900 Einwohner für Bremerhaven.“

Der Flugverkehr soll auf den Flughafen Nordholz bei Cuxhaven verlagert werden. Einzelheiten will die Stadt noch mit dem Landkreis Cuxhaven verhandeln, heißt es. Dem Bau einer neuen Start- und Landebahn in Bremerhaven erteilte die rot-grüne Koalition eine Absage. Das Projekt hätte um die 15 Millionen Euro gekostet. Alle anderen Varianten, unter anderem eine einseitige Nutzung der Start- und Landebahn, sind nach Ansicht von Gutachtern zu gefährlich. Der neue, vom Land Bremen geplante Hafen für die Windkraftindustrie soll genau in Verlängerung der Startbahn entstehen. Die Piste soll als Verbindungstrasse zwischen dem Hafen und den landeinwärts angesiedelten Firmen der Windkraftindustrie genutzt werden.

Auf dem Flugplatz starten und landen monatlich rund 500 Sport- und Geschäftsflugzeuge. Diesem „nicht-gewerblichen Verkehr“ werden gut zwei Drittel aller Starts und Landungen zugeordnet.

Hinzu kommt vor allem der sogenannte Taxi- und Linienflugverkehr nach Helgoland und Sylt, den die Fluggesellschaft OLT abwickelt. „Das alles zeigt deutlich, wie groß die reine Freizeitnutzung der Anlage ist“, sagt Grantz.

Das Gutachten listet wiederum erhebliche Einbußen bei Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen auf. So heißt es: „Mit der Weiternutzung der Start- und Landebahnen am Luneort reduzieren sich die privaten Investitionen der angesiedelten Unternehmen (alle Werte zusammengerechnet bis 2040) um 200 Millionen bis 460 Millionen Euro. Die Bruttowertschöpfung reduziert sich von etwa 2,5 Milliarden bis 4,5 Milliarden Euro und die Zahl der Arbeitsplätze um rund 1 600 bis 3 400.“

Über den Spezialhafen am Blexer Bogen sollen die Anlagen zu den Windparks auf hoher See transportiert werden. „Sobald ein Investor für den Terminal gefunden ist, kann nach dem Planfeststellungsbeschluss mit den Bauarbeiten begonnen werden“, sagt Grantz. Die Eröffnung des Offshore-Hafens sei 2014/2015 geplant.

Die Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung muss der Schließung des Flughafens noch zustimmen. SPD und Grüne verfügen im Seestadt-Parlament über 27 von 48 Sitzen.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Staffeldt hält den Entschluss für kurzsichtig. „Der Flugplatz Luneort ist für Bremerhaven ein wichtiger Standortvorteil“, so der Liberale, „es ist offensichtlich, dass Rot-Grün nie ernsthaft versucht hat, einen Weg zu finden, um den Weiterbetrieb sicherzustellen.“

Die Privatflieger wollen gegen die Entscheidung klagen. · je

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