301.08.10|Bremen|Bremen|
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Von Christian Jakob - BREMERHAVEN · „Einmaleffekte“ – nein, die gebe es nicht. „Wir sind deutlich optimistisch, dass der Trend anhält“, sagt Jochen Schöttler von der Bremerhaven Touristik (BIS). Die veröffentlichte jetzt die Ergebnisse ihrer jüngsten Gästebefragung. Und die Kurven, die das Zahlenwerk zeichnet, weisen nur in eine Richtung – nach oben.

Das Klimahaus in Bremerhaven im Abendlicht: Die teure Attraktion hat sich als Publikumsmagnet in den Bremerhavener „Havenwelten“ entpuppt. Im Hintergrund ist die Spitze des Hotels „Sail City“ zu erkennen.
Immer mehr Touristen kommen in die Seestadt. 1,8 Millionen „Ankünfte“ zählte die BIS 2009. Vier von fünf reisten von ihrem Wohnort an, der Rest machte einen Abstecher während eines Nordsee-Urlaubs. Im Vorjahr zählte Bremerhaven nur nur 1,2 Millionen Gäste.
Der rasante Anstieg relativiert sich kaum, wenn man Tagesgäste und „Sofatouristen“ – also solche, die bei Freunden und Verwandten übernachten – abzieht. Danach kommen die Bremerhavener Hotels und Pensionen auf 784 000 bezahlte Übernachtungen. Das ist ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei dürfte der Gästezuwachs zu einem großen Teil auf das im Juni 2009 eröffnete Klimahaus zurückgehen. Bis Dezember strömten über 460 000 Menschen in die neue, 100 Millionen Euro teure Attraktion des Tourismus-Komplexes „Havenwelten“ am Weserdeich.
Kannibalisierungseffekte, wie sie vielfach befürchtet wurden, lassen sich bisher nicht erkennen. Beim benachbarten Auswandererhaus schrumpfte die Besucherzahl nur minimal. Einzig das „Deutsche Schiffahrtsmuseum“ wollten 15 Prozent weniger Besucher sehen, doch dies dürfte weniger an der neuen Konkurrenz des Klimahauses liegen, sondern eher daran, dass die Schiffe-Schau seit langem als recht angestaubt gilt.
Die Tourismus-Strategen in der Seestadt stimmt ihre Statistik so hoffnungsfroh, dass man nach der Eröffnung des wie ein Segel geformten „Sail City“ bereits das nächste Hotel in den „Havenwelten“ plant. Der 142-Zimmer-Neubau soll Anfang 2012 fertig sein. Die Gefahr, so allzu schnell Überkapazitäten aufzubauen, sieht Schöttler nicht. „In der Hauptsaison können wir spontan anreisende Tagesgäste oft nicht mehr unterbringen“, sagt er. Dass die Hotels an der Wesermündung in den zugigen Wintermonaten umso leerer bleiben, glaubt er ebenfalls nicht. „Wir haben gerade die Zahlen für den vergangenen Winter bekommen. Der war ziemlich hart. Und trotzdem gab es in diesen Monaten ein Plus von 18 Prozent.“
Seit einigen Jahren wurden rund um die „Havenwelten“ am laufenden Band neue, meist hochsubventionierte Attraktionen eröffnet. Den Einwand, dass die Erfolgsbilanz eine bloße Kumulation flüchtiger Einmaleffekte sein könnte, weist Schöttler zurück. „Die Zuwächse sind seit 2004 konstant. Und wir gehen stark davon aus, dass das so bleibt.“

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