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Too much oder: Geht’s auch auf Deutsch?

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„Marco Reus ist hier der Matchwinner. Er wird mit Standing Ovations und einer La-Ola-Welle von den Fans verabschiedet.“ Allein dieser Satz, den die Fußball- Kommentatorin Sabine Töpperwien gerade in der NDR2-Bundesliga-„Show“ sagt, zeigt mir: Ein Leben ohne Anglizismen scheint heute gar nicht mehr möglich zu sein.

Marc Stehr (15 Jahre) aus Syke

Im Fernsehen, im Fußball, im Alltag – englische Wörter sind allgegenwärtig. Sie klingen ja so schön modern... Guckt Euch nur mal die Internet-Seite der Stadt Bremen an. Schlimm genug, dass sie nicht einfach „stadtbremen.de“ heißt – nein, im Internetbrowser muss ich „bremen-city.de“ eingegeben werden, um zur gewünschten Adresse zu gelangen.

Aus dem Stadtführer ist längst ein „City-Guide“ geworden, im „City-Kalender“ kann ich „City-Veranstaltungen“ suchen und mir Geschäfte ansehen in der Rubrik „Shopping von A-Z“. Gut nur, dass zumindest die Buchstaben des Alphabets in der deutschen und englischen Sprache keine unterschiedliche Schreibweise haben. Beim Gang durch die Bremer Innenstadt lassen nur noch der Dom, das Rathaus und die Stadtmusikanten vermuten, dass ich mich in der schönen Hansestadt in Norddeutschland befinde.

Ein Blick auf die Namen der Geschäfte zeigt, dass auch hier die Amerikanisierung voll zugeschlagen hat. Im Computerspiele-Laden „GameStop“ herrscht Hochbetrieb. Das kann nicht am Namen liegen. Denn die Übersetzung „Spiel-Ende“ hört sich nicht cool an. Also lieber ein dummes Wort ins Englische übersetzen und als Namen verwenden, als keine Kundschaft zu haben. Klar ist es manchmal unumgänglich, einen Anglizismus zu benutzen. Bei einer Fast-Food-Kette wie McDonald’s würde ich auch nicht auf die Idee kommen, statt eines Cheeseburgers ein „Käse-Frikadellen-Brötchen“ zu bestellen.

Aber davon abgesehen, wird mir mit englischen Wörtern viel zu viel rumgeschmissen. Am schlimmsten in der Werbung. In den meisten Spots wird inzwischen weder echtes Englisch noch echtes Deutsch gesprochen, sondern ein grauenhafter Denglisch-Mix. Vor allem, wenn es darum geht, Elektronikartikel unters Volk zu bringen. Dann heißt es: „Highspeed surfen dank eines superschnellen Web-Browsers“, das macht sogar googeln zum „Event für den User“! Auch bei Facebook wird schon lange nicht mehr „gefällt mir“ gedrückt, sondern alles wird nur noch „geliked“. Und in den Chats ist alles, was gut ist, „nice!“.

In einem bestimmten Rahmen mögen englische Begriffe ja akzeptabel sein, aber wenn sie nicht nur in der Werbung und im Internet, sondern auch überall in meinem Alltag auftauchen, wird mir das „Facebooken mit den Homies“ echt zu nervig und ich möchte einfach nur noch chillen und vom ganzen Trouble relaxen, dem wir durch unsere Sprache ausgesetzt sind.

Marc Stehr (15 Jahre) aus Syke

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